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Weihnachtskonzert 2019

Samstag, 14.12.2019
München, Prinzregententheater

Tickets online

Live-Übertragung auf BR-KLASSIK, Konzertaudio anschließend 30 Tage on demand in der Mediathek abrufbar.


Abonnementkonzert 3
Konzerteinführung im Gartensaal: 19 Uhr
mit Patrick Hahn, Moderation: Uta Sailer
Konzertbeginn: 20 Uhr

Michael Praetorius / Jan Sandström
Det är en ros utsprungen

Es ist ein Ros entsprungen
für Doppelchor a cappella

Francis Poulenc
Quatre motets pour le temps de Noël

für Chor a cappella

Leoš Janáček
Otčenáš

für Tenor, Chor, Harfe und Orgel

Benjamin Britten
A Hymn to the Virgin

für Doppelchor a cappella

Felix Mendelssohn Bartholdy
Verleih uns Frieden

Choralkantate für Chor und Orgel

Patrick Hahn
Ballade of Christmas Ghosts

für achtstimmigen Chor a cappella
Uraufführung, Kompositionsauftrag des BR-Chores

Camille Saint-Saëns
Oratorio de Noël

für Soli, gemischten Chor, Streicher, Harfe und Orgel, op. 12

Mari Eriksmoen Sopran
Anke Vondung Mezzosopran
Merit Ostermann Alt
Oleksiy Palchykov Tenor
Andreas Wolf Bariton
Uta Jungwirth Harfe
Max Hanft Orgel

Chor des Bayerischen Rundfunks

mit Solisten

Münchner Rundfunkorchester

Patrick Hahn

Leitung

INTERVIEW Dirigent Patrick Hahn

Mit Stil und Gefühl „extra“ würzen

Debüt beim BR-Chor als Dirigent und Komponist – Patrick Hahn im Gespräch mit BR-KLASSIK-Reporterin Uta Sailer

Patrick Hahn, mit dem Weihnachtskonzert geben Sie beim Chor des Bayerischen Rundfunks Ihr Debüt. Wie erleben Sie diese Situation?

Die erste Probe ist immer sehr aufregend, weil man nie einschätzen kann, wie das Ensemble reagiert. Ist es Liebe auf den ersten Blick oder muss man sich erstmal ein bisschen annähern? Hier ist es jetzt so eine „Halb-halb-Situation“, denn ich kenne einige aus dem Münchner Rundfunkorchester, aber beim Chor nur wenige.

Spürt man unmittelbar, ob es Liebe auf den ersten Blick ist?

Oh, da bin ich auch schon mal falsch gelegen. Aber grundsätzlich merkt man, wie einem das Orchester begegnet: Beispielsweise, wenn man etwas vorschlägt, was außerhalb der Norm liegt, und man sieht die ersten Musiker mit den Augen rollen. Dann ist klar: Das könnte kompliziert werden. Aber je besser das Ensemble, desto offener ist es. Hervorragende Ensembles sind sich nicht zu schade, etwas auszuprobieren, vor allem mit einem jungen Dirigenten.

Empfinden Sie Ihr junges Alter eher als Pluspunkt oder als Hürde?

Beides. Wobei ich mich selbst mit meinen 24 Jahren als gar nicht mehr so jung empfinde. Es ist eine Mischung aus Skepsis und besonderer Neugierde. Im Idealfall wird es zur positiven Überraschung.

Es braucht aber auch ein gesundes Selbstbewusstsein, um sich in diesem Alter vor renommierte Orchester und Chöre zu stellen und zu dirigieren.

Selbstbewusstsein braucht man ohnehin – unabhängig vom Alter. Es geht darum, dass man sich selbst treu bleibt und nicht vorgibt, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Das wäre ja vermessen. Die Musiker spüren genau, ob du als Dirigent eine Idee hast, die du kommunizieren und umsetzen kannst, und ob du in der Lage bist, die anderen dafür zu begeistern.

Ist Ihnen Ihr Selbstbewusstsein natürlicherweise gegeben oder mussten Sie sich das erarbeiten?

Ich habe schon früh im Knabenchor gesungen und bin mit dem Chor viel herumgereist für unterschiedliche Produktionen wie etwa die „Zauberflöte“, den „Sommernachtstraum“ oder ähnliches. Damals war ich schon „goschad“ – so sagt man bei uns, also keck. Ich habe mir einfach nichts dabei gedacht, mich auf die Bühne zu stellen und loszulegen. Es war lustig. Mir geht es heute noch so: Wenn ich vor einem großen Orchester stehe, tue ich das im Bewusstsein, dass es keine Operation am offenen Herzen ist. Ich nehme das Dirigieren selbstverständlich ernst, aber ich finde es wichtig, sich dabei auch die menschliche Seite zu bewahren. Schließlich kochen auch der tollste Sänger und der tollste Orchestermusiker nur mit Wasser.

Freude und Lockerheit scheinen Sie bei Ihren vielfältigen Aktivitäten zu begleiten. Sie dirigieren ja nicht nur, Sie spielen Jazzpiano, geben Chanson-Abende mit Kreisler-Liedern und komponieren. Wo liegt der Urgrund dieser Freude?

Wahrscheinlich im familiären Background. Ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen – am Hahnkogel (in Kärnten, Anm. d. Red.). Dort fühle ich mich stark verwurzelt und geerdet. Da wohnen auch viele Verwandte und es war immer wer da. Meine Eltern waren keine Musiker, was mir ermöglicht hat, mich auszuprobieren und auszutoben. Ich wurde nie gedrängt, aber sie haben meine musikalischen Aktivitäten immer unterstützt. So konnte ich alles entdecken und tun, was mir wirklich Spaß macht.

Empfinden Sie den Klassikbetrieb als zu ernst?

Zu ernst würde ich nicht sagen, aber er ist oft etwas starr. Mir ist wichtig, dass man im Umgang mit Ensembles nicht denkt: „Wir machen jetzt perfekte Musik“, sondern dass Freude und Lockerheit präsent sind. Ich bin fest davon uberzeugt, dass man nur dann gute Arbeit machen kann, wenn man sich richtig wohl fühlt. Musizieren ist ein Miteinander, etwas Freundschaftliches. Andererseits: Demokratisch geht es auch nicht zu. Es ist ein schmaler Grat zwischen Chefanspruch und freundlichem Kollegen, den ich immer wieder neu auslote.

Hier im Weihnachtskonzert sind Sie in Doppelfunktion gefragt: als Dirigent und Komponist. Ist es einfacher, ein eigenes Stück zu dirigieren als etwas von anderen Komponisten?

Einfacher ist es nur, weil ich es nicht neu lernen muss. Zudem ist es angenehm, dass es keine Referenzaufnahmen gibt. Wenn man Standardrepertoire macht, wird man sofort verglichen. Bei eigenen Werken ist man da frei …

… und man spart sich den Gedanken: „Wie hätte es der Komponist gewollt?“

Ja, allerdings komponiere ich nur noch sehr wenig. Aber ich mochte es immer sehr, wenn meine Stücke irgendwo gespielt und völlig anders interpretiert wurden, als ich mir das gedacht hatte. Das ist doch spannend. So empfinde ich das auch in meiner Funktion als Dirigent. Wenn ich Partituren sehe und denke, dies oder jenes würde dem Stück guttun, auch wenn es nicht notiert ist, bin ich so frech und frei, dass ich mir dieses Eingreifen erlaube. Wagner hat ja schon gesagt: „Schafft Neues!“ Er meinte damit sicher nicht nur, neue Werke zu schreiben, sondern auch, Altes neu zu interpretieren, neue Wege zu finden. Wenn jeder nur das macht, was in der Partitur steht und kein Gramm mehr oder weniger, hat das wenig persönliche Note. Ich glaube, man kann bis zu einem gewissen Grad mit viel Stil und Gefühl „extra“ würzen.

Kommen wir zu Ihrer Weihnachtskomposition – der „Ballade of Christmas Ghosts“ auf ein Gedicht von Andrew Lang. Wie sind Sie auf den Text gekommen?

Der Prozess der Textfindung war sehr langwierig. Ich wollte auf keinen Fall so einen „Happy-Beppy“-Weihnachtstext über eine schöne Winterlandschaft oder so was, sondern etwas Nachdenkliches, Spannendes, auch Überirdisches. Bei diesem Gedicht ist sofort ein Musikgerüst im Kopf entstanden. Das hat mich unmittelbar glücklich gemacht.

Was gefällt Ihnen an diesem Gedicht?

Das Gedicht hat etwas Keltisches, auch Kultisches. Die Wortwahl gefällt mir sehr. Es ist eine unglaublich schöne Sprache und zudem ein gut komponierbarer 12/8-Rhythmus. Dadurch entsteht ein durchgängiges Pulsieren. Tempomäßig und auch von der Stimmung her bildet es einen guten Gegenpol zu den anderen, eher besinnlichen Stücken im Programm.

Hatten Sie den Klang des BR-Chores beim Komponieren im Ohr?

Was ich im Kopf hatte, war das Bewusstsein, welch grandioses Ensemble der BR-Chor ist, und dass ich mir fast alles erlauben kann, was die Schwierigkeiten angeht. Meine Komposition ist beinahe orchestral gedacht im Herumspringen der Töne und Akkorde, also relativ schwer. Aber wenn der BR-Chor es nicht schafft, welcher dann?

Ihre Karriere verläuft schnell. Wann hatten Sie sich denn entschieden, Dirigent zu werden?

Die Entscheidung, Musiker zu werden, habe ich mit zwölf Jahren gefällt. Ich hatte damals diese kleine Oper namens Frittatensuppe komponiert. Dass ich Dirigent werden will, hat sich dann erst später herauskristallisiert – durch das Chorsingen und Chorleiten. Dirigieren habe ich dann auch studiert, und von da an hat sich alles glücklich gefügt. Ich habe Chancen bekommen und musste sie nutzen: Einmal eingeladen zu sein, ist die Arbeit des Agenten. Ein zweites Mal eingeladen zu werden, ist die Arbeit des Künstlers. Ich arbeite einfach hart an mir weiter, aber ohne verbissen einem Ziel entgegenzugehen.

Kommen wir noch zu Georg Kreisler, den Sie offenbar sehr schätzen. Sie treten ja – neben dem Dirigieren – mit einem Kreisler-Programm auf …

… ja, ich habe früher – und mache es manchmal heute noch – Sonntag vormittags in einer Rehaklinik gesungen und dazu Klavier gespielt. Irgendwann habe ich Kreisler-Lieder vorgetragen. Einige sprachen mich daraufhin an: „Mach doch ein ganzes Programm d’raus!“ Gesagt, getan! Das war so erfolgreich und hat mir so viel Freude bereitet, dass wir jetzt auch noch ein zweites Programm gebastelt haben. Manchmal kombiniere ich Kreisler auch ganz frech mit Mendelssohns „Lobgesang-Symphonie“ …

Vielleicht ist das die Konzert-Dramaturgie der Zukunft?

Ja, warum nicht? So waren die Konzerte früher. Da hat man alles zusammengeschmissen, die Stücke mussten nicht thematisch zusammenpassen. Das war einfach ein andres Format: Ich will das jetzt nicht wieder einführen, aber ich bin offen dafür.

Patrick Hahn, herzlichen Dank für das Gespräch.

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