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Trauer um Krzysztof Penderecki

Die Musikwelt verabschiedet sich von Krzysztof Penderecki. Er starb am 29. März im Alter von 86 Jahren in Krakau nach langer Krankheit.

Er gilt als bedeutendster polnischer Komponist einer gemäßigten Moderne. Seine Werke fanden ein breites Klassik-Publikum. Von Musiktheater über Filmmusik („Shining“, „Der Exorzist“), von Orchesterwerken über Kammer- und Chormusik – Penderecki schuf exemplarische Musik in allen Gattungen.

Krzysztof Penderecki (Foto: schott-musik.de)

Chorwerke von Krzysztof Penderecki waren in jüngerer Zeit regelmäßig Teil von Konzerten des BR-Chores. Seine Vokalmusik lernte der Chor allerdings schon in den 1960er Jahren kennen, so erstmals 1967 bei einer Studioproduktion des A-cappella-Werks „Stabat mater“. Diese Aufnahme wurde dirigiert vom damaligen Künstlerischen Leiter des Chores Wolfgang Schubert (1963–1971).

Darüber hinaus kam es mehrfach zu persönlichen künstlerischen Begegnungen: so erstmals bei einer CD-Produktion des doppelchörigen „Polnischen Requiems“ mit NDR Chor und -Sinfonieorchester von 1989 unter der Leitung des Komponisten, der den BR-Chor bei dieser Aufnahme hinzugezogen hatte.

Knapp zehn Jahre später traf man erneut aufeinander: anlässlich der 3000-Jahr-Feier der Stadt Jerusalem komponierte Krzysztof Penderecki seine Siebte Symphonie mit dem Titel „Sieben Tore von Jerusalem“ für Soli, Sprecher, drei Chöre und Orchester. Die Uraufführung am 9. Januar 1997 im Jerusalem International Convention Center leitete Lorin Maazel, und mit dabei waren neben dem Jerusalem Symphony Orchestra, dem BRSO und den Chören des Süd- und Mitteldeutschen Rundfunks natürlich auch der BR-Chor!

Krzysztof Penderecki, 2001 in der Münchner Herz-Jesu-Kirche (Foto: Alexander Heinzel)
Krzysztof Penderecki dirigiert BR-Chor und Münchner Rundfunkorchester anlässliche eines Konzerts der Reihe Paradisi gloria in der Münchner Herz-Jesu-Kirche, 2001

Im Juni 1999 dirigierte Krzysztof Penderecki in der Basilika Niederaltaich ein Konzert mit Werken polnischer Komponisten, und 2001 kam er nach München und teilte sich das Dirigentenpult mit Michael Gläser, der den Mozart-Teil eines Konzerts der Reihe Paradisi gloria in der Münchner Herz-Jesu-Kirche gestaltete. Penderecki übernahm dabei die Leitung der eigenen Werke: Zu hören war sein „Stabat mater“ und Auszüge aus dem „Polnischen Requiem“. 2012 konnte man ihn in München in einem Konzert der Komponistenporträt-Reihe des Münchener Kammerorchesters erneut erleben. Der BR-Chor präsentierte in der Rotunde der Pinakothek der Moderne Pendereckis „Stabat mater“, das „Agnus Dei“ und den „Cherubinischen Lobgesang“. Diese Engelsmusik erklang auch 2018 bei einem Abonnementkonzert mit dem Titel „Horizonte“ – der kaum besser passen konnte, war Penderecki doch zeitlebens ein Künstler und Denker mit system- und stilübergreifendem, weitem Horizont.

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