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Trauer um Ingvar Lidholm

Der 96-jährige schwedische Komponist verstarb am 17. Oktober 2017

 

Als Schöpfer zeitgenössischer Chormusik machte er sich weit über die Grenzen seiner chorbegeisterten Heimat Schweden einen Namen. Seine Werke standen auch beim BR-Chor immer wieder auf dem Programm, so finden sich Aufnahmen von Chorsätzen wie „Laudi“, „De profundis“, „Libera me“ oder „Canto LXXXI“ in den Archiven des Senders – Aufnahmen, die von so renommierten Gastdirigenten Eric Ericson, Gustaf Sjökvist oder Stefan Parkman geleitet wurden.

Als Grandseigneur der schwedischen Musikszene war Lidholm in vielen Bereichen zu Hause, so wirkte er prägend als Orchesterdirigent, Kompositionslehrer und Rundfunkredakteur in den Sparten Kammermusik und Musikdramatik. Radio, so Lidholm, sei „verantwortlich und geschickt genutzt, ein lebensnaher Mittler zeitgenössischen wie auch traditionellen Musikdenkens“. Neben Chormusik komponierte Lidholm Kammermusik, Werke für Klavier, Orchestermusik, eine TV-Oper („Der Holländer“) sowie die Strindberg-Oper „Ein Traumspiel“.

Lidholms Dante-Vertonung „… a riveder le stelle“ von 1973 gehört zu seinen bekanntesten und wichtigsten Chorkompositionen, in der er traditionelle motettische Linienführung mit modernen Vokaltechniken verband. „… a riveder le stelle“ ist Teil eines Konzertprogramms des BR-Chores am 9. Dezember unter der Leitung von Peter Dijkstra.

Kann Ingvar Lidholm würdiger gedacht werden als mit den von ihm vertonten Verse aus der „Divina Commedia“? „Doch naht die Nacht, drum sei jetzt fortgegangen … und traten vor zum Wiedersehn der Sterne.“