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Paradisi gloria – Repušić dirigiert Kuljerić

Freitag, 14.02.2020
München, Herz-Jesu-Kirche

2. Konzert der Reihe Paradisi gloria des Münchner Rundfunkorchesters

Eine Koproduktion des Bayerischen Rundfunks mit dem Kulturministerium der Republik Kroatien, der Stadt Zagreb und der Konzerthalle Vatroslav Lisinski

Konzerteinführung mit Ivan Repušić, Ivana Kuljerić und Miroslav Nemec: 19 Uhr, Moderation: Dr. Doris Sennefelder
Konzertbeginn: 20 Uhr

Olivier Messiaen
Abîme des oiseaux

für Klarinette
aus: Quatuor pour la fin du temps

Igor Kuljerić
Hrvatski glagoljaški rekvijem

für Soli, Chor und Orchester

  1. I. Pristup
  2. II. Otriši, Gospodi

III. Poslidnica

  1. IV. Prinos
  2. V. Svet

VI. Otrišenje

Kristina Kolar Sopran
Annika Schlicht Mezzosopran
Eric Laporte Tenor
Ljubomir Puškarić Bariton

Miroslav Nemec Rezitation

Eberhard Knobloch Klarinette

Chor des Bayerischen Rundfunks

Einstudierung: Michael Gläser

Münchner Rundfunkorchester

Ivan Repušić

Leitung

WERKEINFÜHRUNG Igor Kuljerić: Hrvatski glagoljaški rekvijem

Ein wundersames Echo
Tradition und Innovation in Igor Kuljerićs „Kroatischem glagolitischen Requiem“. Von Alexander Heinzel

Entstehung des Werks: 1995/1996 Uraufführung: 27. Juli 1996 im Rahmen der „Musik-Abende von Sankt Donat“ in der Kirche St. Krševan in Zadar mit Chor und Symphonieorchester des Kroatischen Rundfunks (Hrvatska radiotelevizija) unter der Leitung des Komponisten. Igor Kuljerić: 1. Februar 1938 in Šibenik (Dalmatien) – 20. April 2006 in Zagreb

Ein altes Volk, ein junger Staat: 1991 hat sich Kroatien als eigenständige Republik von Jugoslawien getrennt und die Unabhängigkeit mit einem vierjährigen Krieg bezahlt. Schon seit der Völkerwanderung siedelten die Kroaten in jener Region zwischen Pannonischer Tiefebene und Dalmatinischer Adriaküste an der christlichen Nahtstelle zwischen Rom, Aquileia und Konstantinopel, zwischen slawischer Orthodoxie und weströmischem Glauben. Nur kurz waren die Zeiten der Eigenbestimmtheit – ein kroatisches Königsgeschlecht starb 1097 aus, woraufhin das Land unter die ungarische Krone geriet. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs war Kroatien beständig von Großmächten abhängig: vom Osmanischen Reich und von der österreich-ungarischen Monarchie. Dann wurde es 1919 mit den Slowenen und Serben in einem Staatenbund vereinigt, der als sozialistische Republik nach dem Tod des kroatisch-stämmigen Josip Broz Tito Ende der 1980er Jahre wieder zerbröckelte. Eine kurze Episode trügerischer Unabhängigkeit von Jugoslawien erlebte Kroatien zwischen 1941 und 1945 als faschistischer Vasallenstaat von Nazi-Deutschland.

In diesen unruhigen Jahren verbrachte der 1938 geborene Igor Kuljerić seine Kindheit in Šibenik an der dalmatinischen Küste; später erlebte er, wie der junge Staat Jugoslawien sich von der UdSSR und ihrer Kunstdoktrin des Sozialistischen Realismus abwandte. In dem vergleichsweise liberalen Klima sog der Heranwachsende musikalische Eindrücke in sich auf, die sein späteres Schaffen als Komponist prägen sollten. Nach den musikalischen Wurzeln des 1996 vollendeten Kroatischen glagolitischen Requiems (Hrvatski glagoljaški rekvijem) befragt, bekannte Kuljerić einmal, dass es „aus dem tiefen Wunsch entstand, etwas zum Klingen zu bringen, das ich schon in meiner Jugend gehört und von da an in mir getragen habe, als die glagolitischen Riten ein wundersames Echo in mir fanden“. Neben dem Gespür für diese jahrhundertealte kirchliche Tradition erlebte Kuljerić als Kompositionsstudent der Zagreber Musikakademie, wie avantgardistische Strömungen und eine junge, auf der Suche befindliche nationale Schule des Komponierens aufeinandertrafen. Die historisch enge kulturelle Verbindung zu Italien nutzte er, um Opernrepertoire an der Mailänder Scala zu studieren. Außerdem war er Schüler von Igor Markevich in Monte-Carlo.

Seit Ende der 1960er Jahre entwickelte sich Igor Kuljerić zur zentralen Figur der kroatischen Musikszene; er war regelmäßig mit eigenen Kompositionen in allen Gattungen vertreten, leitete seit 1968 Symphonieorchester und Chor des Kroatischen Rundfunks und hatte wichtige musikpolitische Positionen und Festivalleitungen in der kroatischen Teilrepublik inne. In den 1970er Jahren erstarkte zudem sein Interesse an experimenteller und elektronischer Musik, so besuchte er 1975/1976 – wieder in Italien – das Studio di fonologia musicale der RAI bei Luigi Nono. Bald reifte in ihm die Erkenntnis, wie limitierend sich avantgardistisches Komponieren auf seine eigenen ästhetischen Vorstellungen auswirkte. Bei seiner Rückbesinnung auf die tieferen Schichten kroatischer Volks- und Kunstmusik entwickelte er schnell einen deutlich ein-gängigeren Stil und verwies schon in Werktiteln wie Risuono di Gavotta, Choral-Ouvertüre oder Alleluia und Pater noster auf die historischen Wurzeln seiner Kompositionen.

Zu den speziellen Traditionen im religiösen Leben der mehrheitlich katholischen Kroaten gehört, dass sie ihre Gottesdienste schon seit dem Mittelalter in ihrer Landessprache feiern durften. Aufgeschrieben wurden die liturgischen Texte in jener glagolitischen Schrift, die Kyrill von Saloniki zur Christianisierung der Slawen erfunden hatte (siehe S. 13). Die musikalische Ausgestaltung der Gottesdienste beruht auf mündlich weitergegebenen Melodien und Rezitationsmodellen, die vielfach auch Einflüsse aus der Volksmusik aufweisen. Das Kroatische glagolitische Requiem ist dabei nicht Kuljerićs erstes Werk, in dem er sich mit dieser Tradition auseinandersetzt, wohl aber sein größtes – gleichsam ein symbolhaft aufgeladenes musikalisches Bekenntnis zur Kulturnation – geschrieben zu einer Zeit, in der Kroatien mit dem Abkommen von Dayton 1995 den Schlussstrich unter einen blutigen Unabhängigkeitskrieg setzen konnte. Ein Requiem in einer Zeit, in der Trauerarbeit in Kroatiens Bevölkerung zum Alltag gehört haben dürfte.

Kuljerićs Credo beim Schaffensprozess des Kroatischen glagolitischen Requiems für Soli, Chor und groß besetztes Orchester lautete, „auf das ,Zitieren‘ und ,Umschreiben‘ von musikalischem Material zu verzichten“. Vielmehr lag ihm daran, das „wundersame Echo“ der glagolitischen Gesänge, das ihn schon seit der Jugendzeit begleitete, in Musik zu übersetzen. Glockenklänge und psalmodierende Chöre versetzen einen im Introitus sogleich in eine sakrale Grundstimmung, die Raum gibt für ein tief empfundenes musikalisches Totengebet. Zusätzliche Klangfarben im Orchester erzeugen Orgel, Harfe und beim Schlagwerk die Glocken und das Vibrafon. In sechs Abschnitten vertont Kuljerić die üblichen Teile der Totenmesse, wie wir es etwa von Mozart und Verdi kennen. Als zweiten Satz fügt er jedoch den Tractus („Otriši, Gospodi“ / „Befreie, o Herr, die Seelen“) aus dem Proprium des Requiems ein, ein Gebet der Buße und Trauer, das in der Totenmesse und in den Messen der Fastenzeit anstelle des feierlichen Alleluja gesungen wird.

In der Sequenz mit ihren bilderreichen, drastischen Visionen des Jüngsten Gerichts wird deutlich, was sich zuvor in Introitus, Kyrie und Tractus schon angedeutet hat: Anders als Mozart oder Verdi übersetzt Kuljerić nicht nur einzelne Bilder in Musik, vielmehr erzeugt er noch eine zweite, gleichsam szenische Ebene: Das Kroatische glagolitische Requiem imaginiert die Trauergemeinde selbst, wie sie gemeinsam die Gebete spricht und ihre Bedeutung zu begreifen sucht. Eine Gemeinde, die mit klagendem Gestus Abschied nimmt von einem geliebten Menschen, die um Gnade fleht, die verwirrt ist durch widerstreitende Gefühle zwischen Tod und Erlösung. Solisten und Chor sind oft eng verzahnt, als würden sich Priester und Gemeinde in ihrer bisweilen an orthodoxe Gesänge erinnernden Klage abwechseln und dabei mit expressiven Kantilenen ebenso wie mit Flüstern und monotonem Sprechgesang die Trauer zu bewältigen suchen. Immer wieder gestaltet Kuljerić Passagen der Zuspitzung und Verdichtung der musikalischen Aussage, wenn Rezitation mit kurzen Orchestereinwürfen abwechselt und spannungsgeladene, synkopische Textrhythmisierungen in drängende Unisono-Passagen münden, in denen die Trauergemeinde wie aus einem Mund zu sprechen scheint. Eine berührende Zäsur setzt Kuljerić gegen Ende des Offertoriums, wenn Rhythmus, wiederkehrende Pattern und Takt sich ins Nichts auflösen und Solostimmen sich frei über schwebenden Klängen entfalten. Hier erlebt der Hörer die essenzielle Aussage des Requiems: „Opfergaben und Gebet bringen wir zum Lobe dir dar; nimm sie an für jene Seelen, derer wir heute gedenken. Herr, o Herr, lass sie vom Tode hinübergehen zum Leben.“

Die große Kraft der suggestiven Bildersprache des einstündigen Kroatischen glagolitischen Requiems fand vielfach Zuspruch, so erlebte das Werk nach der Premiere am 27. Juli 1996 in Zadar schon bald weitere Aufführungen beim Zagreber Sommerfestival und beim Musikherbst von Samobor. Für die „herausragendste Leistung der zeitgenössischen Musik des Jahres 1996“ verlieh die Jury der Kroatischen Tageszeitung Vjesnik dem Werk und seinem Schöpfer den Josip-Slavenski-Preis.


Die Glagoliza
Eine Schrift verleiht Identität

Auf den Begriff „glagolitisch“ stößt der Klassik-Kenner selten, am prominentesten wohl bei der Glagolitischen Messe von Leoš Janáček. Damit ist schon ein zentraler Bezug hergestellt: Es geht ums Christentum in Osteuropa, genauer gesagt um die Regionen, in denen slawische Sprachen auf die lateinischsprachige römisch-katholische Liturgie stoßen. So etwa bei den Kroaten, die sich zur Völkerwanderungszeit in einer Gegend niederließen, in der sie im 7. Jahrhundert vom angrenzenden Oberitalien aus christianisiert wurden. Zwei Jahrhunderte später „erfand“ der Slawenapostel Kyrill von Saloniki die Glagoliza, die erste slawische Schrift überhaupt. Denn bei der Missionierung der Slawen stellte er fest, dass sich das griechische Alphabet für ihre Sprache nicht gut eignete. Zu den frühesten Dokumenten der kroatischen Sprache in glagolitischer Schrift gehört die Tafel von Baška aus dem Jahr 1100, die in einer Kapelle nahe Baška auf Krk zu finden ist.

Das Schicksal der Glagoliza war jedoch relativ kurzlebig; in manchen Regionen entschied man sich bis ins 12. Jahrhundert für die lateinische Schrift, meist setzte sich die von der Glagoliza abgeleitete kyrillische Schrift durch. 1248 erließ Papst Innozenz IV. eine Sonderregelung für die Region Dalmatien: Er erlaubte es, dass der römisch-katholische Messritus in kirchenslawischer Sprache gehalten und niedergeschrieben werden durfte. Mit diesem Entgegenkommen Roms waren die Kroaten fest eingebunden in die katholische Welt und galten sogar als „Bollwerk des Christentums“ gegenüber dem vordringenden Osmanischen Reich, wie Papst Leo X. es 1519 formulierte.

Bereits 1483, kaum 30 Jahre nach der Gutenberg-Bibel, erschien das erste in glagolitischen Lettern gedruckte liturgische Buch, das Missale romanum glagolitice, also ein Buch mit der Messliturgie in kirchenslawischer Sprache.

Neben der Notation liturgischer Texte in der Glagoliza bildete der mündlich überlieferte glagolitische Gesang in vielen Kirchengemeinden eine bis heute lebendige Tradition. Vielfach sind bei diesen Gesängen Einflüsse aus der kroatischen Volksmusik nachweisbar. Der Stolz auf das alte Glagoliza-Privileg gehört vor allem seit dem 19. Jahrhundert zu den ideellen Stützpfeilern der jungen kroatischen Nationalbewegung, die mit der Glagoliza ihre Sonderstellung als christliche Nation betonte: als Abgrenzung gegen den lateinischen Westen ebenso wie gegen den orthodoxen Osten. Noch heute gilt die Glagoliza in Kroatien als nationales Symbol und ist als Ornament bei Schmuck, Logos und Tattoos zu finden.

INTERPRETEN des Konzerts

IVAN REPUŠIĆ   Der kroatische Dirigent Ivan Repušić wurde an der Musikakademie in Zagreb ausgebildet und verfolgte weitere Studien bei Jorma Panula und Gianluigi Gelmetti. Dazu kamen Assistenzen am Badischen Staatstheater Karlsruhe und bei Donald Runnicles an der Deutschen Oper Berlin. Seine Karriere startete Ivan Repušić am kroatischen Nationaltheater in Split, dessen Chefdirigent und Operndirektor er von 2006 bis 2008 war. Dort erarbeitete er sich insbesondere ein großes italienisches Repertoire, das ihn nach wie vor auszeichnet. Grundlegende Erfahrungen sammelte er auch als Musikalischer Leiter bei den Sommerfestivals in Split und Dubrovnik. Eine lange Freundschaft verbindet ihn mit dem Zadar Chamber Orchestra, dessen Chef er seit 2005 ist. Überdies unterrichtete Ivan Repušić als Lehrbeauftragter an der Akademie der Schönen Künste der Universität in Split. Von 2010 bis 2013 war er Erster Kapellmeister und von 2016 bis Sommer 2019 Generalmusikdirektor an der Staatsoper Hannover. Dort dirigierte er z. B. den Fliegenden Holländer, Aida und Salome sowie La damnation de Faust von Hector Berlioz.

2011 gab Ivan Repušić sein Debüt an der Deutschen Oper Berlin, wo er als Erster ständiger Gastdirigent viele zentrale Werke des Repertoires präsentierte, darunter Die Zauberflöte, La traviata, Un ballo in maschera, Tosca, Carmen und Tannhäuser. Ivan Repušić war des Weiteren beispielsweise an der Hamburgischen Staatsoper, der Semperoper Dresden und der Komischen Oper Berlin sowie beim Orchestra sinfonica di Milano Giuseppe Verdi, beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, bei den Prager Symphonikern und der Slowenischen Philharmonie zu erleben.

Zur Spielzeit 2017/2018 übernahm Ivan Repušić das Amt als Chefdirigent des Münchner Rundfunkorchesters, mit dem er in seinem Antrittskonzert Verdis Luisa Miller gestaltet hat. Dieses erschien ebenso auf CD wie z. B. das Requiem von Maurice Duruflé, Ouvertüren von Franz von Suppé und Verdis I due Foscari mit Bariton Leo Nucci. Weitere Erfolge waren zuletzt die Gastspiele in Budapest, Zagreb und Ljubljana sowie ein Sonntagskonzert mit Verdis Attila. Inzwischen hat Ivan Repušić seinen Vertrag bis 2023 verlängert.


Münchner Rundfunkorchester

Chor des Bayerischen Rundfunks


KRISTINA KOLAR   zählt zu den führenden Sängerpersönlichkeiten Kroatiens. Längst beheimatet an allen dortigen Opernhäusern, ist die Sopranistin besonders mit dem Nationaltheater in Rijeka verbunden, wo sie seit 1997 fest zum Ensemble gehört. Aber auch außerhalb der Landesgrenzen ist die Künstlerin gerne auf der Bühne gesehen, so zum Beispiel in Tschechien, Slowenien, Deutschland, Italien und Japan. Dabei übernimmt sie stets die Rollen der zentralen Figuren, darunter Donna Elvira, Lady Macbeth, Aida, Tosca, Manon Lescaut und Turandot. Kristina Kolar brilliert aber auch als Konzertsängerin: Verdis Requiem, Beethovens Neunte Symphonie und auch kroatische sakrale Werke gehören zu ihrem Repertoire. Angefangen hat ihre Karriere mit dem Studium an der Musikakademie in Zagreb und weiterführenden Meisterkursen u. a. in Mailand. Dieses Jahr wird die mehrfach preisgekrönte Sängerin abermals in einer Hauptrolle, als Abigaille (Nabucco), in Prag zu erleben sein.


ANNIKA SCHLICHT   Geboren in Stuttgart, studierte die Mezzosopranistin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin und besuchte Meisterklassen u. a. von Dietrich Fischer-Dieskau und Brigitte Fassbaender. Seit der Spielzeit 2015/2016 ist sie Ensemblemitglied an der Deutschen Oper Berlin, wo sie z. B. als Dorabella (Così fan tutte), Olga (Evgenij Onegin) und Adriano in Wagners Rienzi zu erleben war. In der aktuellen Saison ist sie dort u. a. als Prinz Orlofsky (Die Fledermaus) und Fricka (Das Rheingold) sowie beim Bergen Festival als Sesto (La clemenza di Tito) zu erleben. Gastengagements in jüngerer Zeit führten sie etwa an die Staatsopern in München und Berlin, die Dresdner Semperoper, die Deutsche Oper am Rhein und die Opéra Bastille in Paris. Auch als Konzert- und Liedsängerin hat sich Annika Schlicht einen Namen gemacht. Beim Ravello Festival interpretierte sie Wagners Wesendonck-Lieder und beim UNESCO World Orchestra for Peace sang sie in Beethovens „Neunter“.


ERIC LAPORTE   Gebürtig aus Québec und ausgebildet am Opernstudio der Opéra de Montréal, ist Eric Laporte als Künstler auch längst in Europa etabliert. Nach seinem Debüt als Tamino am Salzburger Landestheater im Jahr 2000 folgten zahlreiche Einladungen, insbesondere aus Deutschland, für bedeutende Rollen wie etwa Lohengrin, Werther, Des Grieux in Manon Lescaut, die Titelpartie in La damnation de Faust, Max in Der Freischütz oder Ferrando in Così fan tutte. Zudem ist der Tenor auch an den großen Opernhäusern Österreichs, Frankreichs und der Niederlande ein gern gesehener Gast. Dennoch pflegt er weiterhin die Kontakte zu seiner Heimat, wie 2019 beim Festival d’opéra de Québec, wo er als Erik (Der fliegende Holländer) auf der Bühne stand. Eric Laporte studierte Gesang in Montréal und ist Preisträger u. a. des Hans-Gabor-Belvedere Wettbewerbs 1999. In dieser Saison wird er u. a. an der Oper Frankfurt den Kurfürsten Friedrich Wilhelm in Henzes Der Prinz von Homburg verkörpern.


LJUBOMIR PUŠKARIĆ   Der Bariton begann seine Laufbahn am Kroatischen Nationaltheater in Zagreb, wo er seit 2015 auch zum Ensemble gehört und schon in vielen Rollen zu erleben war, so mit der Titelpartie in Evgenij Onegin, als Figaro (Il barbiere di Siviglia) und Papageno. Nach dem Diplom an der Indiana University in Bloomington feierte er überdies Erfolge z. B. als Enrico (Lucia di Lammermoor) an der Seattle Opera sowie als Andrej Schtschelkalow (Boris Godunow) an der Lyric Opera of Chicago; des Weiteren debütierte er an der Cincinnati Opera, an der Staatsoper Hamburg und am Teatro dell’Opera in Rom. Ljubomir Puškarić erhielt Auszeichnungen in Kroatien wie auch in den USA. Neben der Oper hat sich der Künstler ein vielfältiges Konzertrepertoire erarbeitet, darunter Orffs Carmina Burana und Mahlers Achte Symphonie. Beim Münchner Rundfunkorchester gastierte er in Maurice Duruflés Requiem und Jakov Gotovacs Oper Ero der Schelm unter Ivan Repušić.


MIROSLAV NEMEC   Geboren in Zagreb, kam Miroslav Nemec mit zwölf Jahren in seine neue Heimat Freilassing und war Schüler am Gymnasium in Traunstein. Später studierte er Musik am Mozarteum in Salzburg und ließ sich an der Schauspiel-Akademie Zürich ausbilden. Nach Engagements u. a. an den Bühnen der Stadt Köln und am Bayerischen Staatsschauspiel in München widmete er sich verstärkt der Arbeit vor der Fernsehkamera. Dem breiten Publikum ist Miroslav Nemec vor allem aus den Tatort-Folgen des Bayerischen Rundfunks bekannt, in denen er seit 1989 den Kriminalhauptkommissar Ivo Batic verkörpert. 2011 wurde eine dieser Episoden mit dem Grimme-Preis geehrt. In Lesungen und literarisch-musikalischen Programmen ist der Künstler ebenso live zu erleben wie mit der nach ihm benannten Band oder der seit seiner Jugend bestehenden Formation Asphyxia. 1994 war Miroslav Nemec Mitbegründer des Vereins „Hand in Hand“ zur Unterstützung von Kriegswaisen in Kroatien.


EBERHARD KNOBLOCH   Der aus Sachsen stammende Klarinettist besuchte in Dresden die Spezialschule für Musik Carl Maria von Weber und studierte dann an der dortigen Musikhochschule bei Joachim Mäder. Engagements als Soloklarinettist u. a. in Pirna, Chemnitz, Dresden und Nürnberg folgten. Kammermusikalisch und solistisch war Eberhard Knobloch in Europa, Japan und China tätig. Zu seinen Kammermusikpartnern gehören z. B. die Geigerinnen Zsuzsa Zsizsmann und Marianne Thorsen, die Harfenistin Maria Graf sowie die Hornisten Stephen Stirling, Timothy Brown und Peter Damm. Jahrelang war Eberhard Knobloch Mitglied des Ensembles Kontraste Nürnberg. Durch Lehraufträge an der Hochschule für Musik Würzburg und der Universität Nürnberg-Erlangen gab er vielen jungen Klarinettisten seine Erfahrungen weiter. Eberhard Knobloch war bereits von 1997 bis 2005 Mitglied des Münchner Rundfunkorchesters, und seit 1. September 2007 wirkt er hier als Soloklarinettist.

 

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