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Mendelssohn – Elias

Sonntag, 17.07.2022
München, Herkulessaal der Residenz, 11 Uhr

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Ersatzkonzert für das 2. Chor-Abonnementkonzert

Beginn: 11 Uhr – Matinée (keine Konzerteinführung)

Felix Mendelssohn Bartholdy
Elias

Oratorium für Soli, Chor und Orchester, op. 70
Pause nach dem ersten Teil

AbsolventInnen der Internationalen Meistersinger Akademie (IMA):
Jessica Niles Sopran
Eirin Rognerud Sopran
Emily Sierra Mezzosopran
Kelsey Lauritano Mezzosopran
James Ley Tenor
Jusung Gabriel Park Bassbariton
Hubert Zapiór Bariton

Chor des Bayerischen Rundfunks

mit Solisten

Münchner Rundfunkorchester

Howard Arman

Leitung

NUMMERNFOLGE

Erster Teil

Einleitung (Elias) So wahr der Herr, der Gott Israels, lebet
Jusung Gabriel Park

Ouvertüre

1. Chor (Volk). Hilf, Herr!

Rezitativ (Volk). Die Tiefe ist versieget!

2. Duett mit Chor (Volk, zwei Frauen). Herr, höre unser Gebet – Zion streckt unsere Hände aus
Eirin Rognerud, Kelsey Lauritano

3. Rezitativ (Obadjah). Zerreißet eure Herzen
James Ley

4. Arie (Obadjah). So ihr mich von ganzem Herzen suchet
James Ley

5. Chor (Volk). Aber der Herr sieht es nicht

6. Rezitativ (Engel). Elias, gehe weg von hinnen
Kelsey Lauritano

7. Doppelquartett (Engel). Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir
Jessica Niles, Eirin Rognerud, Kelsey Lauritano, Emily Sierra, James Ley, Moon Yung Oh, Hubert Zapiór, Werner Rollenmüller

Rezitativ (Engel). Nun auch der Bach vertrocknet ist
Kelsey Lauritano

8. Rezitativ, Arie und Duett (Witwe, Elias). Was hast du an mir getan – Hilf mir, du Mann Gottes
Jessica Niles, Jusung Gabriel Park

9. Chor (Volk). Wohl dem, der den Herrn fürchtet

10. Rezitativ (Elias, Ahab) mit Chor (Volk). So wahr der Herr Zebaoth lebet – Du bist’s, Elias!
Jusung Gabriel Park, Moon Yung Oh

11. Chor (Propheten Baals). Baal, erhöre uns!

12. Rezitativ (Elias) und Chor (Propheten Baals). Rufet lauter! – Baal, erhöre uns
Jusung Gabriel Park

13. Rezitativ (Elias) und Chor (Propheten Baals). Rufet lauter! – Baal! Gib uns Antwort!
Jusung Gabriel Park

14. Arie (Elias). Herr Gott Abrahams, Isaaks und Israels
Jusung Gabriel Park

15. Quartett. Wirf dein Anliegen auf den Herrn
Eirin Rognerud, Kelsey Lauritano, James Ley, Hubert Zapiór

16. Rezitativ (Elias) und Chor (Volk). Der du deine Diener machst zu Geistern – Das Feuer fiel herab
Jusung Gabriel Park

17. Arie (Elias). Ist nicht des Herrn Wort wie ein Feuer
Jusung Gabriel Park

18. Arioso. Weh ihnen, dass sie von mir weichen!
Emily Sierra

19. Rezitativ (Obadjah, Elias, Knabe) und Chor (Volk). Hilf deinem Volk – Öffne den Himmel
James Ley, Jusung Gabriel Park, Eirin Rognerud

20. Chor (Volk). Dank sei dir, Gott

– PAUSE –

Zweiter Teil

21. Arie mit Rezitativ. Höre, Israel – So spricht der Herr – Ich bin euer Tröster
Jessica Niles

22. Chor. Fürchte dich nicht

23. Rezitativ (Elias, Königin) mit Chor (Volk). Der Herr hat dich erhoben aus dem Volk – Wir haben es gehört
Jusung Gabriel Park, Emily Sierra

24. Chor (Volk). Wehe ihm, er muss sterben!

25. Rezitativ (Obadjah, Elias). Du Mann Gottes
James Ley, Jusung Gabriel Park

26. Arie (Elias). Es ist genug
Jusung Gabriel Park

27. Rezitativ. Siehe, er schläft unter dem Wacholder
James Ley

28. Terzett (Engel). Hebe deine Augen auf
Jessica Niles, Eirin Rognerud, Kelsey Lauritano

29. Chor. Siehe, der Hüter Isaraels

30. Rezitativ (Engel). Stehe auf, Elias
Emily Sierra

31. Arie (Engel, Elias). Sei stille dem Herrn
Emily Sierra

32. Chor. Wer bis an das Ende beharrt

33. Rezitativ (Elias, Engel). Herr, es wird Nacht um mich – Wohlan denn, gehe hinaus
Jusung Gabriel Park, Jessica Niles

34. Chor. Der Herr ging vorüber

35. Rezitativ. Seraphim standen über ihm
Kelsey Lauritano

Quartett mit Chor. Heilig ist Gott, der Herr Zebaoth
Jessica Niles, Eirin Rognerud, Kelsey Lauritano, Emily Sierra

36. Chor und Rezitativ (Chor, Elias). Gehe wiederum hinab!
Jusung Gabriel Park

37. Arioso (Elias). Ja, es sollen wohl Berge weichen
Jusung Gabriel Park

38. Chor. Und der Prophet Elias brach hervor wie ein Feuer

39. Arie. Dann werden die Gerechten leuchten
James Ley

40. Rezitativ. Darum ward gesendet der Prophet Elias
Jessica Niles

41. Chor. Aber einer erwacht von Mitternacht

Quartett. Wohlan, alle, die ihr durstig seid
Jessica Niles, Emily Sierra, James Ley, Hubert Zapiór

42. Chor. Alsdann wird euer Licht hervorbrechen

INTERPRETEN

Jessica Niles   Die Amerikanerin beeindruckt mit „klarem und hell timbriertem Sopran sowie ausgesprochen natürlicher Ausdrucksweise“ und darf zurecht als Spezialistin für barockes und zeitgenössisches Repertoire gelten. So gestaltete sie als Mitglied des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper die Rolle der Jasmin in Haas’ Thomas und wird 2023 die Iris in Claus Guths Neuproduktion von Händels Semele singen. Weitere Händel-Auftritte führten sie zu den Internationalen Händel-Festspielen nach Göttingen, zum Ensemble Les Arts Florissants unter der Leitung von William Christie sowie in die New Yorker Carnegie Hall. Ausbilden ließ sich Jessica Niles an der New Yorker Juilliard School,wo sie letztes Jahr ihren Abschluss machte, diverse prestigeträchtige Preise abräumte und zuvor in einer Juilliard-Produktion des Don Giovanni „der Rolle der Zerlina zum Funkeln verhalf“. Auf dem Konzertpodium brillierte sie in Pergolesis Stabat mater und Vivaldis Motette In furore zusammen mit Les Arts Florissants auf deren letztjährigem Festival de Printemps. An der Internationalen Meistersinger Akademie nahm sie 2020 teil. (Zur Homepage der Künstlerin)

Eirin Rognerud   Die Norwegerin gehörte schon früh dem Kinderchor des Osloer Opernhauses an. Noch während ihrer Schulzeit nahm sie dann am Barratt Due Institute of Music an einem Eliteprogramm für junge Musikerinnen und Musiker teil, bevor sie 2019 an der New Yorker Juilliard School in die Klasse von Edith Wiens aufgenommen wurde und dort seitdem von der Kovner Fellowship gefördert wird. Unter den zahlreichen Akademien und Sommerkursen, die sie absolvierte, ragt die Saluzzo Opera Academy heraus, an der sie die Rolle der Morgana in Händels Alcina gestaltete. In den vergangenen Jahren nahm die Sopranistin vielfach erfolgreich an Gesangswettbewerben sowie an Förderprogrammen teil, darunter die Voksenåsen Summer Academy, die Midgard Competition, Ina Kringleborns Memorial Grant und die Ruth and Robert Reingold Full Scholarship. Als Konzertsängerin hat sie nach wertvollen Erfahrungen mit norwegischen Ensembles auch in Deutschland Auftritte zu verzeichnen, so u.a. bei den Nürnberger Symphonikern. Eirin Rognerud war 2019 Teilnehmerin der Internationalen Meistersinger Akademie.

Emily Sierra   Die kubanisch-amerikanische Mezzosopranistin ist Absolventin der New Yorker Juilliard School und gehört zu den Gewinnern des Noreen Zimmerman Award der Metropolitan Opera National Council Auditions. In der aktuellen Saison verteilte sie ihre künstlerischen Aktivitäten auf das Opernstudio der Bayerischen Staatsoper, wo sie eine Brautjungfer im Freischütz, eine Dryade in Ariadne auf Naxos und Kate Pinkerton in Madama Butterfly verkörperte, sowie auf die Residenz bei der Académie du Festival d’Aix-en-Provence und auf Auftritte im Sommerprogramm 2021 der Internationalen Meistersinger Akademie. Schon zuvor hatte sich Emily Sierra in London vielfach einen Namen gemacht. Dort studierte sie am Royal College of Music und wurde als Bachelor-Absolventin mit dem President’s Award entlassen. An der English National Opera feierte sie ihr Bühnendebüt in Brittens Noye’s Fludde. Im Konzertfach präsentierte sie sich zudem in Händels Messiah in der Royal Albert Hall und als Cloride in Händels Parnasso in festa in der Wigmore Hall beim London Handel Festival. (Zur Homepage der Künstlerin)

Kelsey Lauritano   Die japanisch-amerikanische Mezzosopranistin wechselte mit Beginn der vergangenen Spielzeit vom Opernstudio in das Ensemble der Oper Frankfurt, wo sie u.a. als Dorabella in Così fan tutte, als Giovanna in Rigoletto und als Suzuki in Madama Butterfly auf der Bühne stand. Mehrfach war sie auch bei den Tiroler Festspielen Erl in Neuproduktionen von Rusalka und den Königskindern zu erleben. Als Konzertsängerin ließ sie sich von der Oregon Symphony und den Nürnberger Symphonikern begleiten und trat als Liedinterpretin beim New York Festival of Song im Lincoln Center und beim Song Fest in Los Angeles in Erscheinung. Die in San Francisco geborene Künstlerin hat ihr Studium an der New Yorker Juilliard School mit Auszeichnung abgeschlossen. Während ihrer Ausbildung glänzte sie in Rameaus Hippolyte et Aricie, gab ihr Rollendebüt als Cherubino (Le nozze di Figaro) an der Music Academy of the West unter James Conlon und sang die Venus in Monteverdis Il ballo delle ingrate unter William Christie. An der Internationalen Meistersinger Akademie nahm Kelsey Lauritano im Jahr 2017 teil. (Zur Homepage der Künstlerin)

James Ley   Schon an der Juilliard School in New York, wo James Ley Operngesang studierte, machte er besonders im Mozart-Fach auf sich aufmerksam. Aktuell bewies er seine Fähigkeiten auf diesem Gebiet nun als Ferrando (Così fan tutte) am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und an der Opéra National de Bordeaux unter der Leitung von Marc Minkowski. Der Schüler von Edith Wiens besuchte Meisterklassen u.a. von Yannick Nézet-Séguin und Renée Fleming. Er nahm an der Mozart-Akademie des Festivals in Aix-en-Provence, an der Internationalen Meistersinger Akademie und am Young Singers Project der Salzburger Festspiele teil. Am Wheaton College (USA) sang James Ley seinen ersten Tamino, beim Juilliard Songfest bot er Auszüge aus Schuberts Winterreise dar. 2020/2021 war er Mitglied des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper und wirkte z. B. in Verdis Aida unter Zubin Mehta mit; bei den Tiroler Festspielen Erl trat der Tenor mit Ausschnitten u.a. aus der Zauberflöte auf. Zum Konzertrepertoire des Amerikaners zählen neben Mendelssohns Elias auch Händels Messiah und Brittens Canticle II: Abraham and Isaac. (Zur Homepage des Künstlers)

Jusung Gabriel Park hat sich bei seinen ersten Bühnenerfahrungen als Künstler von charaktervoller Präsenz und flexibler sängerischer Gestaltungsgabe erwiesen. In der kommenden Saison wird der Südkoreaner ins Opernstudio der Wiener Staatsoper aufgenommen. Neben etlichen Wettbewerbspreisen in Korea erhielt der Bassbariton 2021 Ehrungen bei Plácido Domingos Operalia und beim BBC Cardiff Singer of the World. Jusung Gabriel Park widmet sich mit besonderer Hingabe dem Lied- und Oratorienfach, so wirkte er bei einem vom BR mitgeschnittenen Liederabend sowie als Principal Artist beim Chuncheon International Early Music Festival in Bachs Kantate Herz und Mund und Tat und Leben mit. Mehrfach gestaltete er in Südkorea die Partien seines Fachs in Bachs Johannes-Passion. Jusung Gabriel Park war 2021 Teilnehmer bei der Académie du Festival d’Aix-en-Provence und bei der Internationalen Meistersinger Akademie (IMA). Seine sängerische Ausbildung erhielt der Bassbariton an der Yonsei University von Seoul. Weitere Studien absolvierte er bei Florian Boesch und Margit Klaushofer. (Zur Homepage des Künstlers)

Hubert Zapiór   Der polnische Bariton stammt aus Brzesko nahe Krakau und gehört derzeit dem Ensemble der Staatsoper Hannover an. In der kommenden Saison wird er ins Ensemble der Komischen Oper Berlin wechseln. Seine Stimme ließ er an der Fryderyk-Chopin-Universität und der Aleksander Zelwerowicz National Academy of Dramatic Art in Warschau sowie an der New Yorker Juilliard School bei Edith Wiens formen. Noch während seiner Ausbildung war Hubert Zapiór an der Warschauer Kammeroper in der Titelrolle des Don Giovanni und als Graf in Le nozze di Figaro zu erleben. In den letzten Jahren feierte er seine Debüts an der Bayerischen Staatsoper und am Warschauer Teatr Wielki. Mittlerweile tritt er auch europaweit und in den USA auf, so etwa in Brittens War Requiem mit der Albany Symphony. In den Vereinigten Staaten konnte er zudem mehrfach bei Gesangswettbewerben erfolgreich in Erscheinung treten, darunter 2018 mit Ersten Preisen beim Opera Index und bei der Gerda Lissner Foundation. An der Internationalen Meistersinger Akademie nahm Hubert Zapiór 2016 und 2018 teil. (Zur Homepage des Künstlers)

Chor des Bayerischen Rundfunks   Aufgrund seiner besonderen klanglichen Homogenität … 

Münchner Rundfunkorchester  1952 gegründet, hat sich das Münchner Rundfunkorchester im Lauf seiner 70-jährigen Geschichte zu einem Klangkörper mit breitem künstlerischen Spektrum entwickelt. Konzertante Opernaufführungen in den Sonntagskonzerten und die Reihe Paradisi gloria mit moderner geistlicher Musik gehören ebenso zu seinen Aufgaben wie Kinder- und Jugendkonzerte mit pädagogischem Begleitprogramm, Afterwork-Klassik in den Mittwochskonzerten oder die Aufführung von Filmmusik. Chefdirigent seit 2017 ist Ivan Repušić, der am Pult des Orchesters u.a. Verdis Luisa Miller, I due Foscari und Attila geleitet und mit Werken wie dem Kroatischen glagolitischen Requiem von Igor Kuljerić neue Repertoire-Schwerpunkte gesetzt hat.

Kooperationen pflegt das Münchner Rundfunkorchester z.B. mit der Theaterakademie August Everding und der Stiftung Palazzetto Bru Zane, die sich der französischen Musik der Romantik widmet. Zu seinem Engagement im Bereich der Nachwuchsförderung gehört die Mitwirkung etwa beim ARD-Musikwettbewerb. Einen großen Raum nimmt die Kinder- und Jugendarbeit ein, die auf einem Drei-Säulen-Modell mit Lehrerfortbildungen, Schulbesuchen durch die Musikerinnen und Musiker sowie anschließenden Konzerten beruht.

Regelmäßig tritt das Münchner Rundfunkorchester bei Gastspielen an renommierten Stätten auf. Im Mai 2022 fand unter dem Motto „Klassik in Bayern“ die erste Residenz- und Schlössertournee mit Konzerten u.a. im Goldenen Saal in Augsburg und im Neuen Schloss Schleißheim statt. Dank seiner zahlreichen CD-Einspielungen ist das Orchester kontinuierlich auf dem Tonträgermarkt präsent. (Zur Website des Münchner Rundfunkorchesters)

 

WERKEINFÜHRUNG

Dicke, starke, volle Chöre
Zu Mendelssohns zweitem großen Oratorium Elias. Von Nicole Restle

Felix Mendelssohn Bartholdy: * 3. Februar 1809 in Hamburg – † 4. November 1847 in Leipzig. „Elias“. Oratorium nach Worten des Alten Testaments für Soli, Chor und Orchester, op. 70 (MWV A 25), Entstehungszeit: 1837 bis 1846. Uraufführung: 26. August 1846 beim Birmingham Music Festival unter der Leitung des Komponisten.

Angespornt von dem grandiosen Erfolg seines ersten Oratoriums Paulus, das 1836 beim Niederrheinischen Musikfest uraufgeführt worden war, beschloss Felix Mendelssohn Bartholdy, sogleich ein weiteres Werk dieser Gattung zu komponieren. Die Textvorlage dazu erbat er sich jedoch nicht – wie beim Paulus – von dem Pfarrer und Theologen Julius Schubring, sondern von seinem in London lebenden Jugendfreund Karl Klingemann: „Mach mir in den nächsten Wochen einen Text zu einem biblischen Oratorium, das ich im Laufe des Sommers komponieren könnte. Am liebsten wäre mir’s, Du nähmest den Elias, teiltest die Geschichte in zwei oder drei Teile und schriebest es hin mit Chören und Arien, die Du entweder selbst dichtetest in Prosa oder Versen, oder aus den Psalmen und Propheten zusammenstelltest, aber mit recht dicken, starken, vollen Chören“, schrieb Mendelssohn im Februar 1837.

Im August desselben Jahres trafen sich die beiden Freunde in London und entwarfen das szenische Gerüst für den Elias, anhand dessen Klingemann den Text erstellen sollte. Doch der fühlte sich damit überfordert. Nun wandte sich Mendelssohn doch noch an Schubring mit der Bitte, ihm für das bereits vorhandene Szenarium geeignete Bibelstellen herauszusuchen.

Obwohl Schubring seine Hilfe zusicherte, gestaltete sich die Zusammenarbeit alles andere als erfreulich. Zu unterschiedlich waren die Vorstellungen des phantasievollen Musikers und des pedantischen Pfarrers hinsichtlich der Gestalt des Oratoriums: Schubringwollte das bewährte Konzept des Paulus fortsetzen, bei dem nach Vorbild der Passionen Bachs ein Testo den Handlungsablauf erzählt und kontemplative Choralsätze eingeschoben sind. Mendelssohn hingegen spürte, dass der alttestamentliche Stoff des Elias eine dramatischere Konzeption verlangte. Aus diesem Grund entschloss er sich, im Stile Händels auf den Testo und die Choräle zu verzichten. Wegen der Meinungsverschiedenheiten kam die Arbeit 1839 vollständig zum Erliegen. Erst als Mendelssohn sechs Jahre später den Auftrag erhielt, für das Birmingham Music Festival ein großes Oratorium zu schreiben, wurde das Elias-Projekt wieder aufgegriffen und in großer Eile zu Ende geführt.

Das Handlungsgerüst des Oratoriums, das sich in zwei Teile gliedert, bilden die Elias-Episoden aus dem ersten und zweiten Buch der Könige: Im ersten Teil prophezeit Elias den von Gott abgefallenen Israeliten eine Dürrekatastrophe.

Während dieser Notzeit sorgt der Herr für das Wohlergehen seines Dieners. Um sich als Gesandter Gottes auszuweisen, erweckt Elias den toten Sohn einer Witwe wieder zum Leben und führt dem Volk in einem Wettstreit um ein Brandopfer die Ohnmacht Baals vor Augen. Schließlich bittet der Prophet Gott um Regen.

Wie aus dem zweiten Teil hervorgeht, reichen diese Wunder jedoch nicht aus, die Menschen dauerhaft zu bekehren. Der Prophet erkennt bekümmert, dass sein Tun vergeblich war. Von der ungläubigen Königin aufgewiegelt, fordert das Volk seinen Tod. Der fromme Mann flieht in die Wüste. Als er resigniert Gott bittet, sterben zu dürfen, erscheint ihm dieser und befiehlt Elias, sein Werk zu Ende zu führen. Das Oratorium schließt mit der Himmelfahrt des Propheten und der Verheißung des Messias.

Der Text aus den Königsbüchern wurde durch Bibel- und Psalmzitate von eher allgemein-theologischem Charakter ergänzt. Diese Einschübe sowie das Fehlen des Erzählers und das Auftreten verschiedener, vorher nicht eingeführter Personen in den Dialogszenen empfanden zeitgenössische Kritiker als Schwäche des Werks. Ihrer Meinung nach wurde dadurch das Verständnis des Handlungsablaufs erschwert. Der Musikforscher Otto Jahn, der sehr wohl Mendelssohns Bemühung um eine dramatische Form erkannt hatte, schrieb 1848 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung: „Mir ist sehr zweifelhaft, ob hier nicht ein Irrthum obwalte, ob man nicht mit dem Aufgeben des dem Wesen des Oratoriums ganz entsprechenden epischen Elements einen wahren Vortheil für die künstlerische Gestaltung aus den Händen lasse, um einem eingebildeten nachzugehen. Das Oratorium ist einer wahrhaft dramatischen Ausbildung nicht fähig.“

Dessen ungeachtet gelangen Mendelssohn, vor allem im ersten Teil, viele Szenen von höchst dramatischer Aussagekraft: So schleudert der Prophet zu Beginn in einem nur von Bläsern begleiteten Rezitativ den sündigen Israeliten seinen Fluch entgegen. Die verminderten Quinten bei den Worten „Es soll diese Jahre weder Tau noch Regen kommen“ symbolisieren das heraufbeschworene Unglück und werden im weiteren Verlauf immer wieder eingesetzt. Dem Rezitativ folgt eine in Fugenform komponierte Ouvertüre, deren düstere Stimmung zum Klagegesang der von der Dürre geplagten Israeliten überleitet. Am Schluss der ersten Szene, in der das Volk an der Unentrinnbarkeit des Fluchs verzweifelt, erscheinen wieder die verminderten Quinten. Als Elias später die Aufhebung der Strafe ankündigt, wiederholt Mendelssohn in leicht veränderter Form das Anfangsrezitativ: Anstelle der verminderten Intervalle erklingen nun reine Quinten – ein Hinweis auf die Lösung des Fluchs.

Der aus rezitativischen und ariosen Partien gestaltete Dialog zwischen Elias und der Witwe wirkt wie eine Szene aus einer romantischen Oper: „Hilf mir, du Mann Gottes! Mein Sohn ist krank!“ Mit dieser Bitte wendet sich die angstvolle Frau an den Propheten. Während sie ihm ihre Not schildert, erklingt in der Oboe immer wieder ihr flehentlicher Hilferuf. Nachdem Elias das Kind von den Toten erweckt hat, ermahnt er die Witwe: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen.“ Dies geschieht auf der Basis derselben Tonfolge wie zu Beginn seines ersten Rezitativs.

Voll dramatischer Schlagkraft ist auch die Opferszene, in der der Irrglaube der Baalspriester entlarvt wird. Deren Gesang hebt sich in seiner simplen Melodik und einfachen Harmonik deutlich von der übrigen Musik ab und demonstriert die Einfältigkeit der Götzendiener. Ihr vergebliches Bitten um Feuer für ihr Opfer, das Elias höhnisch kommentiert, gipfelt in einer langen Generalpause, in der sie den Beweis erhalten, dass ihr Gott sie nicht erhört. Höhe- und Schlusspunkt des ersten Teils ist das Regenwunder. Elias bittet den Herrn um Regen. Dreimal schickt er einen Knaben zum Meer, nach Wolken Ausschau zu halten. Dreimal lautet die Antwort: „Ich sehe nichts.“ Lang ausgehaltene Bläserklänge machen die stehende, brütende Hitze deutlich. Endlich zeigt sich eine kleine Wolke am Himmel. Schließlich begrüßt das Volk die durch Sechzehntelläufe dargestellten niederprasselnden Wassermassen mit einem Dankgebet.

Bildet der erste Teil noch eine dramaturgisch geschlossene Einheit, so stehen im zweiten eher kontemplative Momente im Vordergrund. Zu den wenigen dramatisch gestalteten Abschnitten gehören die Königinszene sowie die Erscheinung des Herrn in der Wüste, bei der Mendelssohn verschiedene Naturgewalten wie Sturmwind, Erdbeben und Feuermusikalisch darstellt, ehe sich Gott im sanften Säuseln Elias offenbart.

Die angeführten Beispiele zeigen, dass das Oratorium vielfach opernhafte Züge enthält. Ein weiteres Kriterium, das das Werk in die Nähe der Oper rückt, ist die Entwicklung, die Elias durchmacht: Aus dem fanatischen, kämpferischen Prophetenwird durch die Unbelehrbarkeit der Menschen ein Mann, der zwar nicht den Glauben an Gott, wohl aber an sich selbst verloren hat. Dass es dem Elias dennoch an einer konsequent dramatischen Ausformung mangelt, lag nicht zuletzt an Mendelssohns Wunsch nach „recht dicken, starken, vollen Chören“. Diese brauchte der Komponist unbedingt, weil er sein Oratorium für die damals in Mode gekommenen Singvereine schrieb.

Konnte Mendelssohn den Chor im ersten Teil als Repräsentant des Volkes in die Handlung einbinden und ihn zu einem echten Gegenspieler des Propheten machen, so war das im zweiten lediglich in der Königinszene möglich. Um dem Chor jedoch seine Bedeutung zu belassen, schob er Sätze mit lyrisch-betrachtendem Charakter ein, die einen stringenten Handlungsablauf freilich stark beeinträchtigten.

Trotz der Kompromisse in der dramaturgischen Anlage und des daraus resultierenden Tadels der Musikkritiker wurde der Elias beim Birmingham Music Festival 1846 begeistert aufgenommen. Ignaz Moscheles, ein Freund des Komponisten, schrieb an seine Frau: „Mendelssohns Triumph bei der gestrigen Aufführung war etwas Unglaubliches, Unerhörtes. Ich glaube, elf Nummern mussten wiederholt werden, und zwar unter Klatschen und Beifallssturm, während sonst alles Applaudieren bei diesen Musikfesten streng verpönt ist.“ Diesen enthusiastischen Beifall erhielt Mendelssohn allerdings nur in England, wo man ihn als Nachfolger Händels feierte. In Deutschland fand der Elias weniger Beachtung. Der Paulus, der so ganz in der Tradition Johann Sebastian Bachs steht, war im Heimatland des Komponisten lange Zeit beliebter.

GESANGSTEXT

ERSTER TEIL

Einleitung
Elias So wahr der Herr, der Gott Israels, lebet, vor dem ich stehe: Es soll diese Jahre weder Tau noch Regen kommen, ich sage es denn.

Ouvertüre

Chor
Volk   Hilf, Herr! Willst du uns denn gar vertilgen? Die Ernte ist vergangen, der Sommer ist dahin, und uns ist keine Hilfe gekommen! Will denn der Herr nicht mehr Gott sein in Zion?

Rezitativ
Volk   Die Tiefe ist versieget! Und die Ströme sind vertrocknet! Dem Säugling klebt die Zunge am Gaumen vor Durst! Die jungen Kinder heischen Brot! Und da ist niemand, der es ihnen breche!

Duett mit Chor
Volk   Herr, höre unser Gebet!

Zwei Frauen   Zion streckt ihre Hände aus, und da ist niemand, der sie tröste!

Rezitativ
Obadjah   Zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider! Um unsrer Sünden willen hat Elias den Himmel verschlossen, durch das Wort des Herrn! So bekehret euch zu dem Herrn, eurem Gott, denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte und reut ihn bald der Strafe.

Arie
Obadjah   „So ihr mich von ganzem Herzen suchet, so will ich mich finden lassen“, spricht unser Gott. Ach, dass ich wüsste, wie ich ihn finden und zu seinem Stuhle kommen möchte!

Chor
Volk   Aber der Herr sieht es nicht, er spottet unser! Der Fluch ist über uns gekommen. Er wird uns verfolgen, bis er uns tötet! „Denn ich der Herr, dein Gott, ich bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern, bis ins dritte und vierte Glied derer, die mich hassen. Und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich lieb haben und meine Gebote halten.“

Rezitativ
Engel   Elias, gehe weg von hinnen, und wende dich gen Morgen, und verbirg dich am Bache Crith! Du sollst vom Bache trinken, und die Raben werden dir Brot bringen des Morgens und des Abends, nach dem Wort deines Gottes.

Doppelquartett
Engel   Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

Rezitativ
Engel   Nun auch der Bach vertrocknet ist, Elias, mache dich auf, gehe gen Zarpath und bleibe daselbst! Denn der Herr hat daselbst einer Witwe geboten, dass sie dich versorge. Das Mehl im Cad soll nicht verzehret werden, und dem Ölkruge soll nichts mangeln bis auf den Tag, da der Herr regnen lassen wird auf Erden.

Rezitativ, Arie und Duett
Witwe   Was hast du an mir getan, du Mann Gottes! Du bist zu mir hereingekommen, dass meiner Missetat gedacht und mein Sohn getötet werde! Hilf mir, du Mann Gottes! Mein Sohn ist krank, und seine Krankheit ist so hart, dass kein Odem mehr in ihm blieb. Ich netze mit meinen Tränen mein Lager die ganze Nacht. Du schaust das Elend, sei du der Armen Helfer! Hilf meinem Sohn! Es ist kein Odem mehr in ihm!

Elias   Gib mir her deinen Sohn! Herr, mein Gott, vernimm mein Flehn! Wende dich, Herr, und sei ihr gnädig, und hilf dem Sohne deiner Magd! Denn du bist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue! Herr, mein Gott, lasse die Seele dieses Kindes wieder zu ihm kommen!

Witwe   Wirst du denn unter den Toten Wunder tun? Es ist kein Odem mehr in ihm!

Elias   Herr, mein Gott, lasse die Seele dieses Kindes wieder zu ihm kommen!

Witwe Werden die Gestorbnen aufstehn und dir danken?

Elias   Herr, mein Gott, lasse die Seele dieses Kindes wieder zu ihm kommen!

Witwe   Der Herr erhört deine Stimme, die Seele des Kindes kommt wieder! Es wird lebendig!

Elias   Siehe da, dein Sohn lebet!

Witwe   Nun erkenne ich, dass du ein Mann Gottes bist, und des Herrn Wort in deinem Munde ist Wahrheit! Wie soll ich dem Herrn vergelten alle seine Wohltat, die er an mir tut?

Elias   Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, …

Elias, Witwe   … von ganzer Seele, von allem Vermögen. Wohl dem, der den Herrn fürchtet.

Wohl dem, der den Herrn fürchtet und auf seinen Wegen geht! Wohl dem, der auf Gottes Wegen geht! Den Frommen geht das Licht auf in der Finsternis. Den Frommen geht das Licht auf von dem Gnädigen, Barmherzigen und Gerechten.

Rezitativ mit Chor
Elias   So wahr der Herr Zebaoth lebet, vor dem ich stehe: Heute, im dritten Jahre, will ich mich dem Könige zeigen, und der Herr wird wieder regnen lassen auf Erden.

Ahab   Bist du’s, Elias, bist du’s, der Israel verwirrt?

Volk   Du bist’s, Elias, du bist’s, der Israel verwirrt!

Elias   Ich verwirre Israel nicht, sondern du, König, und deines Vaters Haus, damit, dass ihr des Herrn Gebot verlasst und wandelt Baalim nach. Wohlan, so sende nun hin und versammle zu mir das ganze Israel auf den Berg Karmel, und alle Propheten Baals, und alle Propheten des Hains, die vom Tische der Königin essen. Da wollen wir sehn, ob Gott der Herr ist.

Volk   Da wollen wir sehn, ob Gott der Herr ist.

Elias   Auf denn, ihr Propheten Baals, erwählet einen Farren, und legt kein Feuer daran, und rufet ihr an den Namen eures Gottes, und ich will den Namen des Herrn anrufen. Welcher Gott nun mit Feuer antworten wird, der sei Gott.

Volk   Ja, welcher Gott nun mit Feuer antworten wird, der sei Gott.

Elias   Ruft euren Gott zuerst, denn eurer sind viele! Ich aber bin allein übergeblieben, ein Prophet des Herrn. Ruft eure Feldgötter und eure Berggötter!

Chor
Propheten Baals   Baal, erhöre uns! Wende dich zu unserm Opfer, Baal, erhöre uns! Höre uns, mächtiger Gott! Send uns dein Feuer und vertilge den Feind! Baal, erhöre uns! Höre uns, mächtiger Gott! Erhör’ uns, Baal!

Rezitativ und Chor
Elias   Rufet lauter! Denn er ist ja Gott! Er dichtet, oder er hat zu schaffen, oder ist über Feld, oder schläft er vielleicht, dass er aufwache. Rufet lauter, rufet lauter!

Propheten Baals   Baal, erhöre uns, wache auf! Warum schläfst du?

Rezitativ und Chor
Elias   Rufet lauter! Er hört euch nicht! Ritzt euch mit Messern und mit Pfriemen nach eurer Weise! Hinkt um den Altar, den ihr gemacht! Rufet und weissagt! Da wird keine Stimme sein, keine Antwort, kein Aufmerken.

Propheten Baals   Baal! Baal! Gib uns Antwort, Baal! Siehe, die Feinde verspotten uns!

Elias   Kommt her, alles Volk, kommt her zu mir!

Arie
Elias   Herr, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, lass heut kund werden, dass du Gott bist und ich dein Knecht! Herr, Gott Abrahams! Und dass ich solches alles nach deinem Worte getan! Erhöre mich, Herr, erhöre mich! Herr, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, erhöre mich, Herr, erhöre mich, dass dies Volk wisse, dass du Herr Gott bist, dass du ihr Herz danach bekehrest!

Quartett
Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der wird dich versorgen, und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe lassen. Denn seine Gnade reicht, so weit der Himmel ist, und keiner wird zu Schanden, der seiner harret.

Rezitativ und Chor
Elias   Der du deine Diener machst zu Geistern und deine Engel zu Feuerflammen, sende sie herab!

Volk   Das Feuer fiel herab! Die Flamme fraß das Brandopfer! Fallt nieder auf euer Angesicht! Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Der Herr, unser Gott, ist ein einiger Herr, und es sind keine andern Götter neben ihm.

Elias   Greift die Propheten Baals, dass ihrer keiner entrinne, führt sie hinab an den Bach, und schlachtet sie daselbst!

Volk   Greift die Propheten Baals, dass ihrer keiner entrinne!

Arie
Elias   Ist nicht des Herrn Wort wie ein Feuer und wie ein Hammer, der Felsen zerschlägt? Sein Wort ist wie ein Feuer und wie ein Hammer, der Felsen zerschlägt. Gott ist ein rechter Richter und ein Gott, der täglich droht. Will man sich nicht bekehren, so hat er sein Schwert gewetzt und seinen Bogen gespannt und zielet!

Arioso
Alt   Weh ihnen, dass sie von mir weichen! Sie müssen verstöret werden, denn sie sind abtrünnig von mir geworden. Ich wollte sie wohl erlösen, wenn sie nicht Lügen wider mich lehrten. Ich wollte sie wohl erlösen, aber sie hören es nicht. Weh ihnen!

Rezitativ mit Chor
Obadjah   Hilf deinem Volk, du Mann Gottes! Es ist doch ja unter der Heiden Götzen keiner, der Regen könnte geben. So kann der Himmel auch nicht regnen, denn Gott allein kann solches alles tun.

Elias   O Herr! Du hast nun deine Feinde verworfen und zerschlagen! So schaue nun vom Himmel herab, und wende die Not deines Volkes. Öffne den Himmel und fahre herab! Hilf deinem Knecht, o du mein Gott!

Volk   Öffne den Himmel und fahre herab! Hilf deinem Knecht, o du mein Gott!

Elias   Gehe hinauf, Knabe, und schaue zum Meere zu, ob der Herr mein Gebet erhört.

Knabe   Ich sehe nichts, der Himmel ist ehern über meinem Haupte.

Elias   Wenn der Himmel verschlossen wird, weil sie an dir gesündigt haben, und sie werden beten und deinen Namen bekennen und sich von ihren Sünden bekehren, so wollest du ihnen gnädig sein. Hilf deinem Knecht, o du mein Gott!

Volk   So wollest du uns gnädig sein, hilf deinem Knecht, o du mein Gott!

Elias   Gehe wieder hin und schaue zum Meere zu.

Knabe   Ich sehe nichts; die Erde ist eisern unter mir!

Elias   Rauscht es nicht, als wollte es regnen? Siehest du noch nichts vom Meere her?

Knabe   Ich sehe nichts!

Elias   Wende dich zum Gebet deines Knechts, zu seinem Flehn, Herr! Herr, du mein Gott! Wenn ich rufe zu dir, Herr, mein Hort, so schweige mir nicht! Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit!

Knabe   Es gehet eine kleine Wolke auf aus dem Meere, wie eines Mannes Hand, der Himmel wird schwarz von Wolken und Wind, es rauschet stärker und stärker!

Volk   Danket dem Herrn, denn er ist freundlich.

Elias   Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich!

Chor
Volk   Dank sei dir, Gott, du tränkest das durst’ge Land! Die Wasserströme erheben sich, sie erheben ihr Brausen. Die Wasserwogen sind groß und brausen gewaltig. Doch der Herr ist noch größer in der Höhe.

ZWEITER TEIL

Arie mit Rezitativ
Sopran   Höre, Israel, höre des Herrn Stimme! Ach, dass du merktest auf sein Gebot! Aber wer glaubt unsrer Predigt, und wem wird der Arm des Herrn geoffenbart? So spricht der Herr, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zum Knecht, der unter den Tyrannen ist, so spricht der Herr: „Ich bin euer Tröster. Weiche nicht, denn ich bin dein Gott, ich stärke dich! Wer bist du denn, dass du dich vor Menschen fürchtest, die doch sterben? Und vergissest des Herrn, der dich gemacht hat, der den Himmel ausbreitet und die Erde gründet. Wer bist du denn?“

Chor
„Fürchte dich nicht“, spricht unser Gott, „fürchte dich nicht, ich bin mit dir, ich helfe dir, denn ich bin der Herr, dein Gott, der zu dir spricht: Fürchte dich nicht! Ob Tausend fallen zu deiner Seite und Zehentausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen.“

Rezitativ mit Chor
Elias   Der Herr hat dich erhoben aus dem Volk und dich zum König über Israel gesetzt. Aber du, Ahab, hast Übel getan über alle, die vor dir gewesen sind. Es war dir ein Geringes, dass du wandeltest in der Sünde Jerobeams, und machtest dem Baal einen Hain, den Herrn, den Gott Israels, zu erzürnen; du hast totgeschlagen und fremdes Gut genommen! Und der Herr wird Israel schlagen, wie ein Rohr im Wasser bewegt wird, und wird Israel übergeben um eurer Sünde willen.

Königin   Habt ihr’s gehört, wie er geweissagt hat wider dieses Volk?

Volk   Wir haben es gehört!

Königin   Wie er geweissagt hat wider den König in Israel?

Volk   Wir haben es gehört!

Königin   Warum darf er weissagen im Namen des Herrn? Was wäre für ein Königreich in Israel, wenn Elias Macht hätte über des Königs Macht? Die Götter tun mir dies und das, wenn ich nicht morgen um diese Zeit seiner Seele tue, wie dieser Seelen einer, die er geopfert hat am Bache Kison.

Volk   Er muss sterben!

Königin   Er hat die Propheten Baals getötet.

Volk   Er muss sterben!

Königin   Er hat sie mit dem Schwert erwürgt.

Volk   Er hat sie erwürgt.

Königin/Volk   Er hat den Himmel verschlossen.

Königin/Volk   Er hat die teure Zeit über uns gebracht.

Königin   So ziehet hin und greift Elias, er ist des Todes schuldig. Tötet ihn, lasst uns ihm tun, wie er getan hat!

Chor
Volk   Wehe ihm, er muss sterben! Warum darf er den Himmel verschließen? Warum darf er weissagen im Namen des Herrn? Dieser ist des Todes schuldig! Wehe ihm, er muss sterben, denn er hat geweissagt wider diese Stadt, wie wir mit unsern Ohren gehört. So ziehet hin, greifet ihn, tötet ihn!

Rezitativ
Obadjah   Du Mann Gottes, lass meine Rede etwas vor dir gelten! So spricht die Königin: „Elias ist des Todes schuldig.“ Und sie sammeln sich wider dich, sie stellen deinem Gange Netze und ziehen aus, dass sie dich greifen, dass sie dich töten! So mache dich auf und wende dich von ihnen, gehe hin in die Wüste! Der Herr, dein Gott, wird selber mit dir wandeln, er wird die Hand nicht abtun, noch dich verlassen. Ziehe hin und segne uns auch!

Elias   Sie wollen sich nicht bekehren! Bleibe hier, du Knabe; der Herr sei mit euch! Ich gehe hin in die Wüste!

Arie
Elias   Es ist genug! So nimm nun, Herr, meine Seele! Ich bin nicht besser denn meine Väter. Ich begehre nicht mehr zu leben, denn meine Tage sind vergeblich gewesen. Ich habe geeifert um den Herrn, um den Gott Zebaoth, denn die Kinder Israels haben deinen Bund verlassen, und deine Altäre haben sie zerbrochen und deine Propheten mit dem Schwert erwürgt. Und ich bin allein übriggeblieben; und sie stehn danach, dass sie mir mein Leben nehmen! Es ist genug! So nimm nun, Herr, meine Seele! Ich bin nicht besser denn meine Väter. Nimm nun, o Herr, meine Seele!

Rezitativ
Tenor   Siehe, er schläft unter dem Wacholder in der Wüste, aber die Engel des Herrn lagern sich um die her, so ihn fürchten.

Terzett
Engel   Hebe deine Augen auf zu den Bergen, von welchen dir Hilfe kommt. Deine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.

Chor
Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Wenn du mitten in Angst wandelst, so erquickt er dich.

Rezitativ
Engel   Stehe auf, Elias, denn du hast einen großen Weg vor dir! Vierzig Tage und vierzig Nächte sollst du geh’n bis an den Berg Gottes Horeb.

Elias   O Herr, ich arbeite vergeblich und bringe meine Kraft umsonst und unnütz zu! Ach, dass du den Himmel zerrissest und führest herab! Dass die Berge vor dir zerflössen! Dass deine Feinde vor dir zittern müssten durch die Wunder, die du tust! Warum lässest du sie irren von deinen Wegen, und ihr Herz verstocken, dass sie dich nicht fürchten? O, dass meine Seele stürbe!

Arie
Engel   Sei stille dem Herrn und warte auf ihn; der wird dir geben, was dein Herz wünscht. Befiehl ihm deine Wege und hoffe auf ihn. Steh ab vom Zorn und lass den Grimm.

Chor
Wer bis an das Ende beharrt, der wird selig.

Rezitativ
Elias   Herr, es wird Nacht um mich, sei du nicht ferne! Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land.

Engel   Wohlan denn, gehe hinaus und tritt auf den Berg vor den Herrn, denn seine Herrlichkeit erscheinet über dir! Verhülle dein Antlitz, denn es naht der Herr.

Chor
Der Herr ging vorüber, und ein starker Wind, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging vor dem Herrn her, aber der Herr war nicht im Sturmwind. Der Herr ging vorüber, und die Erde erbebte, und das Meer erbrauste, aber der Herr war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, aber der Herr war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen. Und in dem Säuseln nahte sich der Herr.

Rezitativ und Quartett mit Chor
Alt   Seraphim standen über ihm, und einer rief zum andern:

Seraphim/Chor   Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth. Alle Lande sind seiner Ehre voll.

Chor und Rezitativ
Gehe wiederum hinab! Noch sind übriggeblieben siebentausend in Israel, die sich nicht gebeugt vor Baal. Gehe wiederum hinab, tue nach des Herrn Wort!

Elias   Ich gehe hinab in der Kraft des Herrn. Du bist ja der Herr, ich muss um deinetwillen leiden, darum freuet sich mein Herz, und ich bin fröhlich; auch mein Fleisch wird sicher liegen.

Arioso
Elias   Ja, es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber deine Gnade wird nicht von mir weichen, und der Bund deines Friedens soll nicht fallen.

Chor
Und der Prophet Elias brach hervor wie ein Feuer, und sein Wort brannte wie eine Fackel. Er hat stolze Könige gestürzt. Er hat auf dem Berge Sinai gehört die zukünftige Strafe und in Horeb die Rache. Und da der Herr ihn wollte gen Himmel holen, siehe, da kam ein feuriger Wagen mit feurigen Rossen, und er fuhr im Wetter gen Himmel.

Arie
Tenor   Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wonne und Freude werden sie ergreifen. Aber Trauern und Seufzen wird vor ihnen fliehen.

Rezitativ
Sopran   Darum ward gesendet der Prophet Elias, eh’ denn da komme der große und schreckliche Tag des Herrn: Er soll das Herz der Väter bekehren zu den Kindern, und das Herz der Kinder zu ihren Vätern, dass der Herr nicht komme und das Erdreich mit dem Banne schlage.

Chor
Aber einer erwacht von Mitternacht, und er kommt vom Aufgang der Sonne. Der wird des Herrn Namen predigen und wird über die Gewaltigen gehen; das ist sein Knecht, sein Auserwählter, an welchem seine Seele Wohlgefallen hat. Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rats und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn. Aber einer erwacht von Mitternacht. Und er kommt vom Aufgang der Sonne.

Quartett
Wohlan, alle die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser, kommt her zu ihm! Und neigt euer Ohr, so wird eure Seele leben.

Chor
Alsdann wird euer Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und eure Besserung wird schnell wachsen, und die Herrlichkeit des Herrn wird euch zu sich nehmen. Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, da man dir danket im Himmel. Amen!

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