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BR-Chor – die Vorgeschichte

Rundfunk und Chor in den 1920er Jahren

Seit 1924 sendet die Deutsche Stunde in Bayern aus dem Verkehrsministerium an der Arnulfstraße in München. Die Räume dort reichen allerdings nicht mehr aus und so beauftragten 1927 die Gesellschafter der Sendeanstalt Richard Riemerschmid mit den Planungen für einen Neubau. Riemerschmid war Architekt, Kunstprofessor und ein bedeutender Vertreter des Jugendstils in Deutschland.

Seit 1925 besteht bei der Deutschen Stunde in Bayern ein kleiner Chor unter der Leitung von Rudolf Zengerle. 

Im März 1928 wurde mit dem Bau begonnen, im August 1928 Richtfest gefeiert. Im März 1929 bezogen Redaktionen und Verwaltung der Deutschen Stunde in Bayern das neue Funkhaus an der Hopfenstraße. Der Gemeinderat der Stadt München beschloss noch im gleichen Jahr, dem Platz zwischen Seidl-, Mars- und Hopfenstraße zu Ehren des neuen Funkhauses den Namen Rundfunkplatz zu geben.

Chor von 1924[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offizielles Gründungsdatum ist der 1. Mai 1946. Doch ähnlich wie das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks hat der Münchner Rundfunkchor eine Geschichte, die an die Anfänge des Münchner Radiosenders zurückreicht. Hervorgegangen ist der heutige Münchner Rundfunkchor aus dem 1924 im Gründungsjahr der „Deutschen Stunde in Bayern“ ins Leben gerufenen Vokalensemble, das anfänglich aus 28 Sängerinnen und Sängern bestand.[3] Im August 1924 ging das erste Symphoniekonzert mit dem „Großen Rundfunkorchester und dem Chor der Deutschen Stunde in Bayern“ über den Sender. Allerdings war die Aufnahmequalität nicht besonders zufriedenstellend. Die Bayerische Radio-Zeitung vom 30. November bemerkte dazu:

„Fraglos ist es außerordentlich schwer, den Klang der einzelnen Chorstimmen, bei denen jede Verschiedenartigkeit im Stimmencharakter durch die Übertragung in krasser Form verstärkt wird, auf einen gemeinschaftlichen Nenner zu bringen.“

Doch bald änderte sich das, insbesondere durch eine spezielle Aufstellung verschiedener Mikrophone. Der Rundfunkchor wurde von da an fester Bestandteil der Aufführungen klassischer Musik von Orchester und Chor des Münchner Radiosenders.

Erste Chorleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste künstlerische Leiter des Rundfunkchors war Herbert Erlenwein. Er war Schüler von Hans KnappertsbuschJoseph Haas und Siegmund von Hausegger.[4] Neben dem Chor leitete er vom Januar 1925 bis August 1927 auch das ebenfalls 1924 gegründete Rundfunkorchester des Münchner Radiosenders. Nach Erlenwein leitete übergangsweise der Organist Gustav Schoedel Chor und Orchester. 1928 folgte Eduard Zengerle. Er leitete Chor und Orchester erstmals am 28. September 1928.

Bilder:

Verkehrsministerium

Riemerschmid Bau,

Großer Sendesaal

Im März 1933 erfolgt unter Reichskanzler Adolf Hitler die Gleichschaltung aller deutschen Rundfunkgesellschaften. Am 1. April 1934 wird die „Bayerischer Rundfunk GmbH“ aufgelöst und als Reichssender München in den nationalsozialistischen Einheits-Rundfunk eingegliedert.

Wer als politisch oder rassisch „unzuverlässig“ gilt, soll keinen Platz mehr im Rundfunk haben. Programmmitarbeiter werden ebenso durchleuchtet wie Techniker, Orchestermusiker und Sekretärinnen. Mit Verhören, Verleumdungen, Aktenbeschlagnahmungen, Versetzungen und anderen Drangsalen macht sich das Regime die Rundfunkleute gefügig.

Auf Anordnung von Adolf Hitler soll sein Lieblingskomponist Richard Wagner im Programm stärker berücksichtigt werden. Jüdische Komponisten wie Felix Mendelssohn Bartholdy, Gustav Mahler, George Gershwin oder Arnold Schönberg dürfen ab jetzt nicht mehr gespielt werden.

1940 wird der Chor aufgelöst.

Im Juli 1944 beschädigen Bomben das Münchner Funkhaus schwer, im Oktober wird es nahezu zerstört. Der Reichssender München sendet im Notbetrieb aus den Kellerräumen, später nur noch über ein Notstudio in Ismaning, wo die Sendeanlagen stehen.

1945 übernahmen die Amerikaner den Reichssender München, der fortan „Radio München, ein Sender der amerikanischen Militärregierung“ hieß. Sie ließen das zerstörte Funkhaus aufbauen. Bereits am 12. Mai meldet sich „Radio Munich“ wieder aus einem Notstudio in Ismaning.

 

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