Nicolaus Richter de Vroe – Avenir (musica viva #48)
Auf der ersten von zwei CDs mit Musik von Nicolaus Richter de Vroe präsentiert die musica viva-CD-Edition bei BR-KLASSIK zwei neuere Kompositionen in Mitschnitten der jeweiligen Uraufführung bei der musica viva-Konzertreihe des BR: das Violinkonzert von 2021 sowie Avenir für Orgel, Chor und Orchester von 2014.
Pizzicato Supersonic (10/2025)
Jetzt online bestellen & reinhörenNicolaus Richter de Vroe
Konzert
für Violine und Orchester
[01] I. Tableau fragile 3:00
[02] II. Cadence I 2:20
[03] III. Nocturne I 4:22
[04] IV. Hauptsatz 8:02
[05] V. Cadence II 4:09
[06] VI. Nocturne II 5:55
[07] VII. Zwei Ausgänge 6:14
Nicolaus Richter de Vroe
Avenir
für Orgel, Chor und Orchester
[08] I. Siècles 6:05
[09] II. Hésitait 2:56
[10] III. L’escalier 4:54
[11] IV. La lune / Le calcul 3:40
[12] V. Pas un diable 2:03 /
[13] VI. Clouè dans le siècle 1:46
[14] VII. Un parapluie fermé 2:17
[15] VIII. On en était encore pétrol 0:57
[16] IX. Les ultra-déterminants 2:44
[17] X. On ne savait encore 3:25
Ilya Gringolts
Violine
Wolfgang Mitterer
Orgel
Chor des Bayerischen Rundfunks
Florian Helgath Einstudierung
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Johannes Kalitzke
Leitung
CD, BR-KLASSIK 900648
Booklet: in Deutsch / in Englisch
CD-Jewelcase mit O-Card
Total Time: 64:49
Live-Aufnahme der Uraufführungen
Violinkonzert: 28. Oktober 2022 im Herkulessaal der Residenz München
Avenir: 6. Juni 2014 im Herkulessaal der Residenz München
Nicolaus Richter de Vroe dirigiert in der musica viva (Foto: Astrid Ackermann)
Auszeichnungen
- Pizzicato Supersonic (10/2025)
»Der Chor des Bayerischen Rundfunks lässt seine Brillanz, Sensibilität sowie homogen ausgelebte Ausdruckskraft mit stupender Sicherheit einfließen.« (Uwe Krusch für Pizzicato)
Der Komponist Die Werke des Violinisten und Komponisten Nicolaus Richter de Vroe (*1955) kamen und kommen regelmäßig bei den renommiertesten Veranstaltern und Festspielen für Neue Musik zur Aufführung. Der Musiker begann seine Ausbildung an der Spezialschule für Musik in Dresden, dem heutigen Sächsischen Landesgymnasium für Musik Carl Maria von Weber. Nach seinem Violinstudium am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau war er in verschiedenen Kammermusik-, Improvisations- und Experimentalensembles aktiv. 1980 wurde er Mitglied der Staatskapelle Berlin und schloss sein Kompositionsstudium bei Friedrich Goldmann und Georg Katzer an der Akademie der Künste der DDR ab.
1982 gründete er das Ensemble für Neue Musik Berlin (Ost), das sich rasch zu einem bedeutenden Forum für avancierte Musik in der DDR entwickelte. Seit Mitte der 1980er-Jahre ist Richter de Vroe mit Aufführungen seiner Werke und als Interpret bei sämtlichen ARD-Rundfunkanstalten sowie auf internationalen Festivals präsent.
1988 wurde er Mitglied des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks; ein Jahr später gründete er das XSEMBLE München – eine Formation, die sich durch experimentelle Programmgestaltung und stilistische Offenheit auszeichnet. 1996 war er Mitbegründer der Münchener Gesellschaft für Neue Musik, die sich der Vermittlung und Förderung zeitgenössischer Musik widmet. Neben seiner Tätigkeit als Komponist und Interpret ist Richter de Vroe seit 1994 regelmäßig mit Vorträgen, Porträtkonzerten und Werkpräsentationen bei Goethe-Instituten weltweit zu Gast. 2008 wurde in die Sächsische Akademie der Künste aufgenommen.
Avenir für Orgel, Chor und Orchester entstand 2013/14 im Auftrag der musica viva. Die vorliegende CD bietet den Mitschnitt der Uraufführung vom 6. Juni 2014 durch Wolfgang Mitterer (Orgel), den Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Leitung von Johannes Kalitzke.
Nicolaus Richter de Vroes Violinkonzert entstand zwischen 2018 und 2020 als Kompositionsauftrag der musica viva mit freundlicher Unterstützung der Freunde des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Die auf der vorliegenden CD mitgeschnittene Uraufführung durch Ilya Gringolts (Violine) und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Leitung von Johannes Kalitzke fand am 28. Oktober 2022 im Herkulessaal der Münchner Residenz statt. – Die Initialzündung zu Richter de Vroes Violinkonzert war Ilya Gringolts’ Interpretation des Violinkonzerts von György Ligeti. Das Konzert beginnt mit einer Art Introduktion; es folgt eine erste Kadenz, zu der bordunartig einzelne Instrumente begleitend hinzutreten. Anschließend erklingt das erste Nocturne mit an Naturlauten angelehnten Klängen. Im sogenannten ›Hauptsatz‘ »geht es ziemlich drunter und drüber. Da herrscht eine wahre Raserei mit sehr viel Motorik, Abwechslung und vielen – ich würde fast sagen – ›schlimmen Überraschungen‘!« (Richter de Vroe)