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Französische Vokalmusik von Debussy und Hahn

CD: Claude Debussy und Reynaldo Hahn © BR-KLASSIK Label

Zwei bedeutende Solo- und Chorliederzyklen des französischen Impressionismus: Claude Debussys »La damoiselle élue« und Reynaldo Hahns »Études latines«, ergänzt um weitere bekannte Lieder beider Komponisten. Zu den renommierten Interpreten des Albums zählt Sopranistin Christiane Karg sowie weitere Solisten und der BR-Chor unter der Leitung von Howard Arman.

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Claude Debussy

Salut printemps

 

Christiane Karg Sopran
Gerold Huber Klavier

 

Claude Debussy

La damoiselle élue

Kantate, Fassung für Soli, Frauenchor und zwei Klaviere von Howard Arman (1980/2020, Ersteinspielung)

Christiane Karg Sopran
Gerold Huber Klavier
Angela Brower Alt
Max Hanft Klavier

 

Claude Debussy

Les angélus. Cloches chrétiennes pour les matines

Transkription für Frauenchor a cappella von Clytus Gottwald

 

Claude Debussy

L’ombre des arbres dans la rivière embrumée

für Singstimme und Klavier aus den »Ariettes oubliées« (Nr. 3)

Christiane Karg Sopran
Gerold Huber Klavier

 

Reynaldo Hahn

Paysage triste. L’ombre des arbres dans la rivière embrumée

für Singstimme und Klavier aus den »Sept chansons grises« (Nr. 6)

Christiane Karg Sopran
Gerold Huber Klavier

 

Reynaldo Hahn

Études latines

für Sopran und Klavier mit weiteren Solo-Stimmen und Chor

Christiane Karg Sopran
Daniel Behle Tenor
Anna Maria Palii Sopran
Nikolaus Pfannkuch Tenor
Tareq Nazmi Bass
Gerold Huber, Max Hanft Klavier
Chor des Bayerischen Rundfunks
Howard Arman Leitung

 

CD, BR-KLASSIK 900529 I Spielzeit: 55:58 Minuten

 

Zum französischen Kunstlied Schwerelos schwebende Klänge, denen erdenschweres Streben nach einer Grundtonart gänzlich fern liegt und die sich zählbaren Betonungen entziehen; ein gleißendes Farbenspiel der Besetzungen und impressionistischen Klangfarben; sowie jener anschmiegsame, sanft-melodische Charakter der französischen Sprache – dies macht den besonderen Charme des französischen Kunstlieds aus, das sich vom deutschen Lied der Romantik und Spätromantik deutlich hör- und erkennbar unterscheidet. Gegensätze voller Spannung und reizvollem Kontrast. Im Konzertrepertoire diesseits des Rheins sind französische Solo- und Chorlieder gleichwohl Exoten geblieben – trotz ihres Charmes und trotz meisterhafter Kompositionen von Claude Debussy, Reynaldo Hahn und anderen. Die vorliegende Auswahl der schönsten Beispiele aus dem Œuvre dieser beiden Klangzauberer, entstanden um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, bietet Musik voller Anmut und impressionistischem Klangesprit, die einzigartig war und blieb in der Musik- und Kunstgeschichte.

Zur CD   Das Album enthält Debussys Kantate »La damoiselle élue« und Reynaldo Hahns Lieder- und Chorliederzyklus »Études latines« sowie einige weitere Solo- und Chorlieder beider impressionistischen Komponisten und Klangzauberer. Die Kantate »La damoiselle élue«, der erste größere Erfolg des jungen Claude Debussy, geschätzt für ihre Schön- und Zartheit, erklingt hier erstmals in der Fassung Howard Armans für zwei Klaviere, die gleichermaßen auf die Orchesterpartitur wie auch auf die eigene, eigenständige Klavierfassung des Komponisten zurückgeht. Dazu gesellen sich einige Solo- und Chorlieder Debussys. »L’ombre des arbres dans la rivière embrumée« – das Gedicht des symbolistischen Lyrikers Paul Verlaine bildet gleichermaßen das Scharnier zwischen Debussy und Hahn, wurde es doch von beiden mit geringem zeitlichem Abstand meisterhaft in Musik gesetzt. Die Sololieder interpretiert die renommierte Sopranistin Christiane Karg, begleitet von Gerold Huber am Klavier.

In seinem Lieder- und Chorliederzyklus »Études latines« ließ Reynaldo Hahn die Antike auferstehen – freilich jene Antike, wie man sie sich seinerzeit – romantisch verklärt – vorstellte. Eine solche Musik nachzuempfinden, gab dem Komponisten Inspirationen, etwa im Rückgriff auf antike Tonarten oder Musikinstrumente (Hirten- oder Panflöte, Lyra), ließ ihm aber auch große Freiheiten. Die Klavierbegleitung ist so weit wie möglich zurückgenommen. Lieder, ernst und zärtlich, welche die Lebenswege eines Menschen reflektieren und nach deren letzten Klängen kein Wort mehr nötig ist, keine Frage mehr offen bleibt.

 

Howard Arman und der Chor des Bayerischen Rundfunks zeigen, dass sie auch in diesem gesangstechnisch zwar kaum anspruchsvollen, aber stilistisch heiklen französischen Raritätenprogramm zu Hause sind wie der Fisch im Wasser.
Ingobert Waltenberger auf onlinemerker.com (Januar 2022)
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