Carissimi – Jonas
Mit seinem klangmächtig-doppelchörigen Sturmchor zählt das Oratorium »Jonas« zu den Paradestücken hochbarocker Chormusik. Dabei gelten Carissimis Oratorien als wichtige Meilensteine in der Entwicklungsgeschichte der Gattung. Entstanden ist der lebendige Live-Mitschnitt aus dem Münchner Prinzregententheater vom November 2024 in Kooperation mit dem renommierten Originalklang-Ensemble Il Giardino Armonico und Giovanni Antonini, mit denen der BR-Chor bereits viel beachtete Programme gestaltet hat. Als Bonus-Tracks runden die Madrigalversion von Monteverdis legendärem »Lamento d’Arianna« und Ausschnitte aus zwei bedeutenden Werkzyklen des Münchner Renaissancemeisters Orlando di Lasso das Programm aus einer spannenden Epoche der Chormusik ab.
»Stilsicher und rhetorisch akkurat« (4.1.2026, pizzicato.lu)
Jetzt online bestellen & reinhörenGiacomo Carissimi
Jonas
Oratorium für Soli, Doppelchor, Streicher und Basso continuo
Claudio Monteverdi
Lamento d’Arianna
Madrigal zu fünf Stimmen, SV 107
Orlando di Lasso
Lagrime di San Pietro (Auszüge)
Geistliche Madrigale und eine Motette zu sieben Stimmen, LV 1005–1025
Orlando di Lasso
Prophetiae Sibyllarum (Auszüge)
Motetten zu vier Stimmen, LV 1048–1060
Chor des Bayerischen Rundfunks
Il Giardino Armonico
Giovanni Antonini
Leitung
Live-Aufnahme: München, Prinzregententheater, 22./23.11.2024
CD, BR-KLASSIK 900535
Oratorien von Giacomo Carissimi (1605–1674) gelten als erste Höhepunkte einer damals noch jungen Gattung, in der sich Frömmigkeit, Theater und Gesang zu einer neuen, dramatischen Form vereinigt hatten. Unter den meist alttestamentlichen Historien, auf die sich Carissimis Oratorien beziehen, sticht die bilderreiche Geschichte um Jonas besonders hervor. Der biblische Held gerät auf seiner göttlichen Mission zur See in einen Sturm und wird von einem Wal verschluckt. Carissimi formte aus dem Stoff einen temporeichen Plot mit affektgeladenem Sologesang im lebendigen Rezitationsstil der Oper und mit einer Vielzahl von Chören, darunter ein dramatischer Sturm-Doppelchor.
Wer könnte die ausdrucksstarke Musik Carissimis besser ausdeuten als Giovanni Antonini, der in der Originalklangszene als Meister der zugespitzten Interpretation gilt. Mit einer speziell auf den Chor des Bayerischen Rundfunks und die klanglichen Besonderheiten des Oratoriums abgestimmten Instrumentalbesetzung tritt das renommierte Originalklangensemble Il Giardino Armonico in Erscheinung. Dessen Künstlerischer Leiter Giovanni Antonini gestaltete zusammen mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks seit vielen Jahren von der Kritik hoch gelobte Konzerte mit Werken vom Frühbarock bis hin zur Wiener Klassik und findet auch für die Musik von Carissimi den perfekten Sound.
Mit Chormusik von Claudio Monteverdi und Orlando di Lasso zeichnet das Programm der CD die Entwicklung des dramatischen Gesangs am Übergang von der Motettenkunst der Spätrenaissance zur affektgeladenen Textausdeutung des Frühbarock nach. Das berühmte Lamento d’Arianna ist das einzige erhaltene Stück aus der verlorengegangenen Ariadne-Oper von Claudio Monteverdi (1567–1643), der diesen ausdrucksstarken Klagegesang 1610 in ein nicht weniger expressives Madrigal umarbeitete. Ausschnitte aus den zwei legendär-geheimnisvollen Zyklen der Prophetiae Sibyllarum und der Lagrime di San Pietro des Wittelsbacher-Kapellmeisters Orlando di Lasso (1532–1594) beschließen das Album und lassen uns teilhaben an Meisterwerken des motettischen Stils, dem sich der Chor des Bayerischen Rundfunks regelmäßig in historisch informierter Gesangsweise widmet.