Bernhard Schneider

Stimmgruppe: Tenor


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Leidenschaft hat viele Stimmen.

Lesen Sie hier, was Bernhard Schneider beim Singen besonders bewegt und was ihm auch sonst wichtig ist. Die Fragen stellte Sopranistin Diana Fischer, von Kollegin zu Kollege.

Woher kommst Du, wo bist Du geboren?
Geboren bin ich in Essen im Ruhrgebiet, aber quasi auf der beruflichen Durchreise meiner Eltern, aufgewachsen bin ich dann ab dem Alter von einem Jahr bei Frankfurt am Main.

Seit wann bist Du im BR-Chor?
Nach 15 Jahren als Solist am Theater bin ich 2006 zum BR-Chor gestoßen.

Was hat Dich dazu gebracht, den Beruf der Sängerin zu ergreifen?
Als 16-jähriger Youngster hatte ich die Chance, aufgrund von Tenormangel in ein semiprofessionelles Vokalensemble berufen zu werden. Das waren unglaubliche Erfahrungen. Auch fand ich das theatralische Moment der Musikvermittlung durch Sprache so spannend, dass ich das Fagottspiel im Landesjugendorchester bald an den Nagel gehängt habe.

Was singst Du am liebsten? Hast Du ein Lieblingsstück?
Nein, ich fühle mich zwischen Monteverdi, Bach, Mendelssohn, Wagner, Operette und früher Moderne zu Hause und schätze den Mix. Auch und gerade hier im BR-Chor.

Mit welchem Komponisten aus der Gegenwart oder Vergangenheit würdest Du Dich gerne einmal unterhalten?
Mit Komponisten der Gegenwart möchte ich mich nicht immer unterhalten, da ist mir die Konzeption der Stücke oft schon wirr genug. Vom alten Bach wüsste ich gerne, wie er in diesem Umfeld und zu seiner Zeit dazu gekommen ist, Musik zu schreiben, die uns trotz oder gerade wegen ihrer Komplexität auch nach 300 Jahren noch so unmittelbar erreicht.

Was war Deine persönliche Sternstunde mit dem BR-Chor?
Schwer zu sagen, bei deutlich über 500 Konzerten. Zumal ja zum Glück viele Sternstunden dabei sind. Am aufregendsten war vielleicht das allererste Konzert, noch vor Vertragsbeginn: Verdis „Quattro pezzi sacri“ unter Mariss Jansons im Jahr 2006 zum 60-jährigen Chorjubiläum.

Welches Musikstück würdest Du gerne einmal singen? Oder nochmals, weil es Dir so gut gefallen hat?
Monteverdis „Marienvesper“ mit dem BR-Chor. Das Stück kenne ich schon seit meiner frühen Jugend sehr gut, habe es oft gesungen und fände das mit unserem Chor sehr spannend, vielleicht hab ich ja Glück …

Dein Geheimtipp am Konzerttag für einen gelungenen Auftritt:
Wenn der Auftritt mit Nervosität einhergeht, mache ich am liebsten solange es vorher geht etwas ganz anderes, um nicht wie der Hamster im Rad umherzulaufen.

Hast Du einen Veranstaltungstipp für uns?
Aus dem Überangebot in München überhaupt die persönlich passenden Programme herauszufiltern, ist schon schwer genug. Oftmals erfährt man zu spät, dass etwas Interessantes leider schon vorbei ist.

Hast du neben dem Singen noch weitere Leidenschaften?
Von anderen bisweilen etwas skeptisch betrachtet wird mein Hang zu altem Blech mit zwei und vier Rädern, und die Freude daran, ab und an im Blaumann in der Garage zu verschwinden. Ein bisschen Sport ganz ohne Motor treibe ich aber auch, und der Blick über den musikalischen „Gartenzaun“ ist mir ebenso wichtig.

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Bernhard Schneider studierte an der Kölner Musikhochschule bei Hans Sotin und schloss seine Ausbildung mit Reifeprüfung und Konzertexamen ab.
Bereits während des Studiums betätigte er sich im Bereich des Ensemble- und solistischen Konzertgesangs; sein erstes Opernengagement trat er im Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf an. Es folgten etliche weitere Stationen, darunter zuletzt ein acht Jahre währendes festes Soloengagement an der Staatsoper Stuttgart mit Partien vorwiegend im Spiel- und lyrischen Fach, sowie sieben Jahre als Solist mit kleineren Partien bei den Bayreuther Festspielen.
Von verschiedenen Rundfunkanstalten wurde Bernhard Schneider zu Produktionen eingeladen und hat neben Opernmitschnitten auf DVD und CD zahlreiche Werke im Bereich Spieloper und Oratorium eingespielt.
Seit September 2006 ist Bernhard Schneider Mitglied im Chor des Bayerischen Rundfunks und darf in einem neuen Abschnitt seines Berufslebens seine Leidenschaft als Ensemblesänger ausleben.

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