Barbara Schmidt-Gaden

Stimmgruppe: Alt


Leidenschaft hat viele Stimmen.

Lesen Sie hier, was Barbara Schmidt-Gaden beim Singen besonders bewegt und was ihr auch sonst wichtig ist. Die Fragen stellte Sopranistin Diana Fischer, von Kollegin zu Kollegin.

Woher kommst Du?
Ich wurde in München geboren – obwohl im Juni zu Welt gekommen, irritierender Weise trotzdem in der Maistraße. Ich bin also gebürtige Oberbayerin.

Seit wann bist Du im BR-Chor?
Seit 2013 darf ich im Konzertchor an vielen interessanten Projekten mitwirken, seit April 2018 sogar an noch viel mehr interessanten Projekten im Stammchor.

Was hat Dich dazu gebracht, den Beruf der Sängerin zu ergreifen?
Familiäre Vorbelastung hat mich zumindest nicht davon abgehalten (!). Ich würde aber eher sagen, der Sängerberuf hat MICH ergriffen.

Was singst Du am liebsten? Hast Du ein Lieblingsstück?
Mein Repertoiregeschmack ist ganz einfach. Ich liebe die drei großen B’s.: Bach, Bach und Bach. Seine h-Moll-Messe ist mein erklärtes Lieblingsstück, selbst wenn es alle Beteiligten vor große Herausforderungen stellt. Oder gerade deswegen. Im Opernbereich hingegen geht mir Puccini immer sehr zu Herzen.

Mit welchem Komponisten aus der Gegenwart oder Vergangenheit würdest Du Dich gerne einmal unterhalten?
Das kommt darauf an, ob es ein Streitgespräch oder ein harmonischer Abend werden soll. Ich denke, Mozart wäre eine gute Wahl. Ich nehme nicht an, dass ich fachlich irgendetwas dagegen halten könnte, aber es würde bestimmt kurzweilig und deftig.

Was war Deine persönliche Sternstunde mit dem BR-Chor?
Die Frage steht im Singular, das ist natürlich sehr bescheiden gefragt. Wenn ich mich also auf eine Aufführung festlegen muss, dann auf die „Johannes-Passion“ mit Herbert Blomstedt am Pult. Ich bin aber offen für viele weitere neue Sternstunden.

Welches Musikstück würdest Du gerne einmal singen? Oder nochmals, weil es Dir so gut gefallen hat?
Natürlich immer wieder die h-Moll-Messe von Bach. Die wird jedes Mal schöner und ich werde jedes Mal vor Demut etwas kleiner. Noch bin ich 170 cm groß. Es dürfte also noch für ein paar Wiederholungen reichen.

Dein Geheimtipp am Konzerttag für einen gelungenen Auftritt:
Der Geheimtipp für den Tag ist die Nacht davor – und da sollte man vor allem gut und ausreichend schlafen. Das, und die richtige Menge Flüssigkeit vor dem Auftritt, garantieren höchste Konzentration. Außer, man hat versehentlich etwas zu viel Wasser getrunken, das kann dann den Fokus schon etwas verschieben.

Hast du einen Veranstaltungstipp für uns?
Jeder, der mich und meinen familiären Hintergrund kennt würde erwarten, dass ich die Konzerte des Tölzer Knabenchores empfehle. Und genau das mache ich auch. Freunde des musikalisch-literarischen Kabaretts würde ich hingegen jederzeit zu einem Abend mit Tina Teubner und Ben Süverkrüp schicken.

Hast du neben dem Singen noch weitere Leidenschaften?
Zunächst bin ich froh, dass ich das Singen und die Musik nach so vielen Jahren der beruflichen Praxis tatsächlich immer noch zu meinen Leidenschaften zählen kann. Aber auch für andere Leidenschaften bin ich in Bayern goldrichtig aufgestellt: (Berg-)wandern, Karten spielen und Menschen begegnen, mit denen man in einem schönen Biergarten gepflegt dem Müßiggang frönen kann.

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Im Chor ihres Vaters bekam Barbara Schmidt-Gaden prägende musikalische Impulse, bevor sie ihre solistische Laufbahn als Mezzosopran bzw. Alt begann. Neben ihrem Vater zählten bei Gesangsstudien in Bern, Mannheim, New York und Bayreuth auch Hanno Blaschke, Elisabeth Glauser, Katharina Dau, Peter Sefcik, Daniel Ferro, Anna Reynolds und Gudrun Ayasse zu ihren prägenden Lehrerinnen und Lehrern. Nach erfolgreichen Wettbewerbsteilnahmen wurde Barbara Schmidt-Gaden mit dem Stipendium des Richard-Wagner-Verbandes und dem Förderpreis der Richard-Strauss-Gesellschaft München ausgezeichnet.

Viele Jahre war Barbara Schmidt-Gaden Mitglied im Ensemble vocal de Lausanne unter der Leitung von Michel Corboz. An den Staatstheatern am Münchner Gärtnerplatz (2001 bis 2007) und in Oldenburg (2008 bis 2010) gestaltete sie zahlreiche Partien ihres Faches wie etwa Dorabella in Mozarts „Cosi fan tutte“, Charlotte in Massenets „Werther“ oder Angelina in Rossini’s „La Cenerentola“ unter der Leitung von Constantinos Carydis, der sie u.a. bei einem Liederabend begleitet hat.

Seit ihrer Rückkehr in die bayerische Heimat intensivierte Barbara Schmidt-Gaden ihr Engagement im Konzertfach, in dem sie Erfolge in Werken vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik feiern konnte, so beispielsweise anlässlich der Uraufführung des Oratoriums “MenschenZeit“ von Lothar Voigtländer. Am Anhaltischen Theater Dessau debütierte sie 2016 in Wagners „Fliegendem Holländer“ als Mary. 2015 wurde sie darüber hinaus zur Geschäftsführerin des Tölzer Knabenchores ernannt und begleitete dabei das weltbekannte Ensemble in eine neue Generation.

Barbara Schmidt-Gaden gehört dem Chor des Bayerischen Rundfunks seit 2018 an.

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