StartseiteHome Chor & Leitung Geschichte Uraufführungen mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks

Uraufführungen

mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks

 

Hans Schanderl: Sundog-I (Ausschnitt, Archiv des BR)

Am Anfang war – Vokalpolyphonie. Mit der Aufführung der Bearbeitung eines mittelalterlichen Organums für Stimmen und Instrumente durch den Musikwissenschaftler Rudolf von Ficker betrat der Chor des Bayerischen Rundfunks das Feld der Präsentation von Novitäten.

Neue Musik, das war in den Nachkriegsjahren bevorzugt Instrumentalmusik, die durch elektronische Klangerzeugung ergänzt wurde. Das Komponieren von Chormusik, so muss aus heutiger Sicht festgestellt werden, stand damals nicht hoch im Kurs. Dementsprechend wenig Uraufführungen hat der Chor in seinen ersten Jahrzehnten vorzuweisen. Dies änderte sich aber spätestens in den 1980er Jahren grundlegend. Schon bald war der BR-Chor mit dabei, wenn die ganz großen ihre Werke beim Bayerischen Rundfunk, speziell in der musica viva, aus der Taufe gehoben haben.

Zu den Sternstunden gehört dabei sicherlich die Uraufführung von „Passio“ im Jahr 1982 des damals noch relativ unbekannten Arvo Pärt. In den Reihen musica viva (mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks) und Paradisi gloria (Münchner Rundfunkorchester) sowie in den eigenen Abonnementkonzerten profiliert sich der Chor regelmäßig mit Uraufführungen. Neben BR-Kompositionsaufträgen werden regelmäßig auch Kompositionsaufträge des Chor-Freundeskreises präsentiert.

 

1950 – 1989

1950 | Perotin (12. Jh.): „Sederunt principes“ (EA der Fassung für Knabenchor, Chor und Orchester von Rudolf von Ficker)*
1952 | Hans Pfitzner: „Urworte, orphisch“, Kantate für Soli, Chor und Orchester, op. 57
1972 | Theodore Antoniou: „Nanikikamen“ (Sonderkonzert zu den Olympischen Sommerspielen in München)
1972 | Werner Jacob: „Carmina profana“
1972 | Hans Ludwig Hirsch: „Lasciatemi divertire“
1973 | Klaus Huber: „… inwendig voller Figur …“ für Chor, Lautsprecher, Tonband und Orchester*

1980 | Róbert Wittinger: Symphonie Nr. 2 für Orchester und Frauenchor, op. 35***
1981 | Rafael Kubelík: „Kantate ohne Worte“*
1982 | Arvo Pärt: „Passio“ für Soli, Chor und Instrumente (in der Münchner Lukaskirche, siehe auch Bildergalerie)***
1984 | Ernst Ludwig Leitner: „Pater noster“ (UA anlässlich des 88. Katholikentags in München)
1987 | Luigi Nono: „Caminantes … Ayacucho“ (siehe auch Bildergalerie)

 

1990 – 1999

 

1990 | Gerd Kühr: „Wortlos – Reminiszenz an Stallerhof“ für Chor a cappella*** (siehe auch Bildergalerie)
1990 | Alessandro Sbordoni: Ora comincia il silenzio
1990 | Peter Kiesewetter: Symphonie Nr. 1 (Purgatorio) für Sopran, Frauenchor, obligate Orgel und Orchester, op. 50***
1990 | Wilhelm Killmayer: Vier Chorstücke für Soli und Chor a cappella*** (siehe auch Bildergalerie)
1995 | Peter Michael Hamel: „Dies irae“ für Blechbläser, Glocken, Pauken, Männerchor und Orgel
1996 | Paul Engel: „EOS“, Gesänge für großen gemischten Chor, Trompete und Orgel***
1996 | Detlev Glanert: Misere***
1997 | Roland Leistner-Mayer: Symphonie Nr. 3, op. 81 („Das weiße Requiem“)***
1997 | Krzysztof Penderecki: „Die sieben Tore von Jerusalem“ für Soli, Chor und Orchester* (siehe auch Bildergalerie)
1998 | Georg Christoph Biller: „Rundadinellula“ für Chor und Klavier
1998 | Annette Schlünz: „Zarte Knöpfe für Frauenchor“
1999 | Wilfried Hiller: „Eduard auf dem Seil“ (konzertante UA)**
1999 | Wilhelm Killmayer: „Pindar“ für Chor und Orgel (siehe auch Bildergalerie)

Arvo Pärt (*1935) in der Münchner Lukaskirche anlässlich der Uraufführung von "Passio" für Soli, Chor und Instrumente (Uraufführung: 1982, musica viva)
Luigi Nono (1924-1990) | "Caminantes … Ayacucho" (Uraufführung: 1987)
Gerd Kühr (*1952) | "Wortlos – Reminiszenz an Stallerhof" für Chor a cappella (Uraufführung: 1990 in der musica viva) | "Introductio – Meditatio – Magnificat – Epilogus" für Soli, Chor und Orchester (Uraufführung: 2008 bei "Paradisi gloria" mit dem Münchner Rundfunkorchester)** | "Ordinarium missae für Soli, Chor und Orchester (Uraufführung: 2013 bei "Paradisi gloria" mit dem Münchner Rundfunkorchester)
Wilhelm Killmayer (*1927) | "Vier Chorstücke" für Soli und Chor a cappella (Uraufführung: 1990 in der musica viva) | "Pindar" für Chor und Orgel (Uraufführung: 1999)
Krzysztof Penderecki (*1933) | "Die sieben Tore von Jerusalem" (Symphonie Nr. 7) für Soli, Chor und Orchester (Uraufführung: 1997 mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks)

2000 – 2009

2000 | Iannis Xenakis: „Anastenaria“ für Chor und Orchester*** (siehe auch Bildergalerie)
2000 | Wilfried Maria Danner: „Cerco un paese innocente“ für Mezzosopran, Chor und Orchester **
2001 | Rupert Huber: „Modem for 2 and Singers“ für gemischten Chor, Panflöte, Riesentrommel und Tamtam
2002 | Thomas Jennefelt: „Or che ’l ciel et la terra“ für Chor und Gitarre
2002 | Toshio Hosokawa: „Voiceless Voice in Hiroshima“ für Soli, Chor, Sprecher und Orchester*** (siehe auch Bildergalerie)
2002 | Toshio Hosokawa: „Weihnachtskantate“ für Soli, Chor und Orchester** (siehe auch Bildergalerie)
2003 | René Staar: „Noah und die Sintflut (Hammabbul)“ für Soli, Chor und Orchester**
2004 | Isabel Mundry: „Gefächerter Raum“ (aus der Oper „Odyssee – ein Atemzug“) für Soli, Ensemble, Chor und Orchester*** (siehe auch Bildergalerie)
2005 | Werner Hans Hagen: „Orpheus-Variationen“
2006 | Adriana Hölszky: „Dämonen“ für 48 Stimmen und Orchester (siehe auch Bildergalerie)
2006 | Wolfram Buchenberg: „O nata lux“ für Chor und Vibraphon
2006 | Rupert Huber: „Out of Earth. Modem nach einem Gedicht von Khalil Gibran“
2008 | Manos Tsangaris, „Glück macht mutig“ für Chor, Sprecher und Live-Elektronik***
2008 | Gerd Kühr: „Introductio – Meditatio – Magnificat – Epilogus“ für Soli, Chor und Orchester** (siehe auch Bildergalerie)
2009 | Johanna Doderer: „Salve regina“ für Sopran, Chor und Orchester**
2009 | Carola Bauckholt: Mensch und Tier für Chor und Orchester***
2009 | Ēriks Ešenvalds: „Vineta“ für Chor und Schlagzeug (siehe auch Bildergalerie)
2009 | Rupert Huber: „Mein Venedig“, Modem für gemischten Chor und Schlagwerk (siehe auch Bildergalerie)
2009 | Gija Kantscheli: „Dixi“ für Chor und Orchester* (siehe auch Bildergalerie)

 

Iannis Xenakis (1922–2001) | "Anastenaria" für Chor und Orchester (Uraufführung: 2000 in der musica viva mit dem BR-Symphonieorchester)
Rupert Huber (*1953) | "Modem for 2 and Singers" für gemischten Chor, Panflöte, Riesentrommel und Tamtam (Uraufführung: 2001) | "Out of Earth. Modem" nach einem Gedicht von Khalil Gibran (Uraufführung: 2006) | "Mein Venedig, Modem" für gemischten Chor und Schlagwerk (Uraufführung: 2009) | Nachklang – Rose für Chor und Ensemble (Uraufführung: 2012)
Toshio Hosokawa (*1955) | "Voiceless Voice in Hiroshima" für Soli, Chor, Sprecher und Orchester (2002 in der musica viva) | "Weihnachtskantate" für Soli, Chor und Orchester (2002 bei "Paradisi gloria" mit dem Münchner Rundfunkorchester)
Isabel Mundry (*1963) | "Gefächerter Raum" (aus der Oper "Odyssee – ein Atemzug") für Soli, Ensemble, Chor und Orchester (Uraufführung: 2004 in der musica viva mit dem BR-Symphonieorchester)
Adriana Hölszky (*1953) | "Dämonen" für 48 Stimmen und Orchester (Uraufführung: 2006) | "Formicarium" (Uraufführung: 2010)
Ēriks Ešenvalds (*1977) | "Vineta" für Chor und Schlagzeug (Uraufführung: 2009)
Gija Kantscheli (*1935) | "Dixi" für Chor und Orchester (Uraufführung: 2009 mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks)

ab 2010

2010 | Adriana Hölszky: „Formicarium“
2010 | Konstantia Gourzi: „Ostern in Konstantinopel. Des Wortes wegen“ für orthodoxen Psalmisten, Tenorvioline, Chor und Orchester, op. 37**
2010 | Sven-David Sandström: „Ave Maria“ für Frauenchor
2010 | Gerhard Wimberger: „Tagebuch 1942 – Jochen Klepper“ für Bariton, Chor und Orchester**
2011 | Hans Zender: „Oh bosques – Oh, Wälder“ für Sopran, Chor und Orchester***
2011 | Stephan Adam: „… et alta profunditas …“****
2012 | Georg Friedrich Haas: „Duchcov“
2012 | Rupert Huber: „Nachklang – Rose“ für Chor und Ensemble
2013 | Gerd Kühr: „Ordinarium missae“ für Soli, Chor und Orchester**
2013 | Minas Borboudakis: „Askese. Salvatores Dei“
2013 | Hans Schanderl: „Sundog – I“****
2014 | Nicolaus Richter de Vroe: „Avenir“ für Orgel, Chor und Orchester***
2014 | Wilfried Maria Danner: „M’illumino d’immenso“ für Soli, Chor und Orchester**
2014 | Enjott Schneider: „Ordo amoris“ für Soli, Chor und Orchester**
2014 | Samir Odeh-Tamimi: „Al-Hallag – Mansúr“ für Chor, Bläser und Schlagzeug
2014 | Martin Smolka: „Annunciation“ für Chor und Orchester***
2015 | Vinko Globokar: „Exil 3 (Das Leben des Emigranten Edvard)“ für Orchester, Chor, Sopran, Erzähler, Kontrabassklarinette und Improvisator***
2015 | Enno Poppe: „Ich kann mich an nichts erinnern“ für Orgel, Chor und Orchester***
2015 | Howard Arman: „The Cries of London“
2016 | Gregor A. Mayrhofer: „Masse“****

Hans Zender (*1936) | "Oh bosques – Oh, Wälder" für Sopran, Chor und Orchester (Uraufführung: 2011 in der musica viva mit dem BR-Symphonieorchester)
Enjott Schneider (*1950) | "Ordo amoris" für Soli, Chor und Orchester (Uraufführung: 2014 bei "Paradisi gloria" mit dem Münchner Rundfunkorchester)
Samir Odeh-Tamimi (*1970, rechts im Bild, mit dem Dirigenten der Uraufführung Rupert Huber) | "Al-Hallag – Mansúr" für Chor, Bläser und Schlagzeug (Uraufführung: 2014)
Martin Smolka (*1959) | "Annunciation" für Chor und Orchester (Uraufführung: 2014 in der musica viva mit dem BR-Symphonieorchester)
Enno Poppe (*1969) | "Ich kann mich an nichts erinnern" für Orgel, Chor und Orchester (Uraufführung: 2015 in der musica viva mit dem BR-Symphonieorchester)