StartseiteHome Chor & Leitung Geschichte 1946–1960: Die Jochum-Jahre

1946–1960: Die Jochum-Jahre

1946 | Gründung eines Rundfunkchores bei Radio München. Robert Seiler leitet 28 Sänger. | Bereits seit 1925 besteht bei der Deutschen Stunde in Bayern ein kleiner Chor unter der Leitung von Rudolf Zengerle. Er wird 1940 aufgelöst. Nach der Kapitulation wird der Betrieb von Radio München als Sender der amerikanischen Militärregierung am 12. Mai 1945 aufgenommen. Am 1. Mai 1946, seinem offiziellen Gründungstermin, tritt der Chor mit der Ausstrahlung einer Sendung erstmals an die Öffentlichkeit. | 1947 | Vergrößerung des Chores auf 36 Sänger | Früheste erhaltene Tondokumente: Der Chor wirkt an der Sendereihe „Die Oper“ mit. Es entstehen Aufnahmen zusammen mit dem Orchester des Bayerischen Rundfunks unter Hans Altmann: Mozart, „La clemenza di Tito“ und Verdi, „Simon Boccanegra“. Der Chor produziert unter der Leitung von Robert Seiler Musik für die Israelitische Kultusgemeinde im Rahmen von Sendungen des Kirchenfunks, darunter Chorsätze von Louis Lewandowski (u.a. „Taurass adaunoj“) | 1948 | „Gesetz über die Errichtung und die Aufgaben einer Anstalt des öffentlichen Rechts“: Start des öffentlich-rechtlichen Rundfunks | Radio München übernimmt die Schirmherrschaft über die 1945 von Karl Amadeus Hartmann gegründete Reihe für Neue Musik, die musica viva. |1949 | Gründung des Bayerischen Rundfunks | Inbetriebnahme des ersten UKW-Senders in Europa beim Bayerischen Rundfunk | Josef Kugler wird Chordirektor | Dem Rundfunkchor gehören 40 Sängerinnen und Sänger an. Zu den Aufgaben des Chores gehören neben Studioproduktionen nun auch Auftritte in öffentlichen Konzerten mit dem neu gegründeten Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Eugen Jochum als Chefdirigenten.

Igor Strawinsky (Bild: SWR)

1950 | Carl Orff, „Carmina burana“ im Rahmen der musica viva | Aufführungen von Haydns „Schöpfung“ und Verdis „Messa da Requiem“ (Symphonieorchester des BR, Eugen Jochum) | Dem Chor steht nun ein eigener Probensaal im Funkhaus zur Verfügung. | 1951 | Auftritt bei den Salzburger Festspielen mit Orffs „Catulli carmina“ (Eugen Jochum). | Aufführung von Bachs „Matthäus-Passion“ (Symphonieorchester des BR, Eugen Jochum) | Igor Strawinsky dirigiert Chor und Symphonieorchester des BR mit eigenen Werken, darunter „Oedipus Rex“.

1952 | Benefizkonzert zum Wiederaufbau der Münchner Frauenkirche (Bach: „Johannes-Passion“, Symphonieorchester des BR, Eugen Jochum) | Gründung des Münchner Rundfunkorchesters. | Aufführungsversuch von mittelalterlicher, mehrstimmiger Musik (Perotin: „Descendit“)

Werner Schmidt-Boelke dirigiert den BR-Chor und das Münchner Rundfunkorchester im Sendesaal des Riemerschmid-Baus (Bild: BR-Archiv)
Autogrammkarte von Lorin Maazel anlässlich seines ersten Auftritts beim BR-Chor (1957, Bild: BR- Chor)

1953 | Eröffnung des mit Zuschüssen des BR neu erbauten Herkulessaals der Münchner Residenz mit der deutschen Erstaufführung der „Trionfi“ von Orff. | Alfred Schröter ruft die Reihe der Münchner Sonntagskonzerte ins Leben, die der Rundfunkchor regelmäßig mitgestaltet. | 1954 | Aufführung von Monteverdi/Orffs „Orpheus“ (Symphonieorchester des BR, Eugen Jochum) | 1955 | Paul Hindemith dirigiert sein eigenes Chorwerk „Apparebit repentina dies“ (musica viva). | Aufführung von Monteverdis „Vespro della beata vergine“ (Eugen Jochum) | 1956 | Aufführung von Dallapiccolas Einakter „Il prigioniero“ unter der Leitung von Hermann Scherchen

1957 | Aufführung des mittelalterlichen Organum „Sederunt principes“ von Perotin (Symphonieorchester des BR, Eugen Jochum) | 1958 | Nachfolger vom überraschend verstorbenen Joseph Kugler wird Kurt Prestel. | Auftritte bei der 800-Jahr-Feier der Stadt München | Bachs h-Moll-Messe beim Septembre Musical in Montreux | 1959 | Pierre Boulez dirigiert sein eigenes Werk „Le soleil des eaux“ (musica viva). Bruno Maderna dirigiert Chor und Symphonieorchester des BR (u.a. Debussy: „La damoiselle élue“) | Auftritt in Rom mit Orffs „Catulli carmina“ 1960 | Gastkonzerte an der Mailänder Scala mit Mozarts c-Moll-Messe (Sergiu Celibidache)

Weiterlesen: Die Kubelík-Ära 1961–1982

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